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Ölpreis bricht um 11% ein – Wall Street hinkt hinterher

Nahost-Hoffnungen lösen massive Marktbewegungen aus, während Öl den stärksten Tagesverlust seit 2022 verzeichnet.

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Ölpreis bricht um 11% ein – Wall Street hinkt hinterher

Der Ölpreis hat am Dienstag einen historischen Einbruch erlitten. Mit einem Tagesverlust von mehr als 11% verzeichnete Rohöl den stärksten Rückgang seit 2022 – ausgelöst durch aufkeimende Hoffnungen auf eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten. Die Intraday-Handelsspanne am Vortag hatte bereits bei bemerkenswerten 36 US-Dollar gelegen, was Händler weltweit in Atem hielt.

Während asiatische und europäische Aktienmärkte kräftig zulegten – Südkorea stieg um 6%, europäische Leitindizes um bis zu 3% –, zeigte die Wall Street in einem seltenen Rollentausch Schwäche. Der S&P 500 gab um 0,2% nach, Nasdaq und Dow Jones schlossen nahezu unverändert. Nur zwei US-Sektoren verbuchten Gewinne: Kommunikationsdienstleistungen und Technologie. Oracle legte nachbörslich um 8% zu.

Schlagzeilen als Marktbeweger

Besonders deutlich zeigte sich die extreme Sensibilität der Märkte gegenüber Nachrichten aus der Region: US-Energieminister Chris Wright postete auf X, die US-Marine habe einen Tanker durch die Straße von Hormus eskortiert – ein Signal nachlassender Versorgungsengpässe. Der Ölpreis weitete daraufhin seine Verluste aus. Minuten später wurde der Post gelöscht, und Öl erholte sich prompt um rund 10 US-Dollar, nachdem CBS über mögliche iranische Planungen zur Verlegung von Minen in der Straße von Hormus berichtete.

Für Ölhändler mit gehebelten Positionen waren die vergangenen 24 Stunden damit außergewöhnlich gefährlich. Marktbeobachter schließen nicht aus, dass einzelne Hedgefonds erhebliche Verluste erlitten haben könnten. Schlagzeilen können Märkte immer bewegen – doch die aktuellen Ausschläge sind in ihrer Intensität außergewöhnlich.

Devisen, Anleihen und Rohstoffe im Überblick

Am Devisenmarkt gab der US-Dollar nach, da die Nachfrage nach sicheren Häfen abnahm. Der australische Dollar führte die G10-Währungen an, der chilenische Peso stieg weltweit am stärksten mit einem Plus von 2%. Bei US-Staatsanleihen drehten die Renditen am langen Ende ins Plus, die Zinskurve steilte sich um bis zu 4 Basispunkte auf. Eine Auktion dreijähriger Anleihen verlief schwach. Gold verlor 2%.

Auch China rückte in den Fokus: Die chinesischen Exporte stiegen in den ersten zwei Monaten 2025 um beeindruckende 22% – mehr als das Dreifache des Dezember-Wachstums und deutlich über den Erwartungen. Der Handelsüberschuss für Januar und Februar belief sich auf 213 Milliarden US-Dollar. Analysten halten es für möglich, dass der Rekord-Jahresüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar aus 2024 in diesem Jahr erneut gebrochen wird. Demgegenüber schrumpften die deutschen Exporte im Januar so stark wie zuletzt im Mai 2024.

Parallelen zum US-Subprime-Markt 2007 werden unterdessen im Bereich der Privatkredite diskutiert. Experten warnen, dass sich unter der Oberfläche der Kreditmärkte Risiken aufbauen könnten – ein Crash sei zwar nicht zwingend, doch Anleger sollten die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

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