Ölpreise steigen vor entscheidendem OPEC+-Treffen
Verlängerung von Produktionskürzungen und globale Nachfrageschwäche prägen die Marktlage

Ölpreise sind am Dienstag um fast ein Prozent gestiegen, während Marktteilnehmer gespannt auf die Ergebnisse des bevorstehenden OPEC+-Treffens warten. Brent-Rohöl-Futures legten um 66 Cent oder 0,92 % auf 72,49 US-Dollar pro Barrel zu, während US-West-Texas-Intermediate-Rohöl um 63 Cent oder 0,93 % auf 68,73 US-Dollar anstieg.
Laut Quellen wird erwartet, dass die OPEC+ bei ihrem Treffen am 5. Dezember die jüngsten Produktionskürzungen bis Ende des ersten Quartals verlängert. Analysten von Goldman Sachs vermuten, dass eine Verlängerung der Kürzungen bis April wahrscheinlich ist, da die Einhaltung der Kürzungen durch Länder wie Russland, Kasachstan und den Irak zugenommen hat. Zudem seien die niedrigen Brent-Preise und Hinweise aus Presseberichten unterstützende Faktoren.
Die OPEC+, die etwa die Hälfte der weltweiten Ölproduktion ausmacht, verfolgt den Plan, die Produktionskürzungen schrittweise bis 2025 zurückzunehmen. Jedoch übt die Aussicht auf ein Überangebot am Ölmarkt Druck auf die Preise aus. So handelt Brent aktuell rund sechs Prozent unter dem durchschnittlichen Dezember-Preis des Vorjahres.
Marktanalystin Priyanka Sachdeva von Phillip Nova erklärte, dass eine Verschiebung der Rücknahme der Kürzungen unvermeidlich sei. Allerdings könnte der wachsende Druck von Teilnehmerstaaten, die Produktion zu erhöhen, eine Verlängerung auf wenige Monate begrenzen.
Die globale Nachfrage nach Öl bleibt schwach. Chinas Rohölimporte könnten laut Forschern und Analysten bereits im nächsten Jahr ihren Höchststand erreichen, da die Nachfrage nach Transportkraftstoff zurückgeht. Saudi-Arabien, der weltweit führende Öl-Exporteur, wird voraussichtlich die Preise für asiatische Käufer auf den niedrigsten Stand seit mindestens vier Jahren senken.
Auch makroökonomische Faktoren beeinflussen die Ölpreise. Befürchtungen, dass die US-Notenbank ihre Zinsen auf der Dezember-Sitzung nicht senken könnte, haben den Anstieg der Preise begrenzt.
Unterdessen verschärfte sich die Lage im Nahen Osten, wo ein von den USA vermittelter Waffenstillstand zwischen Israel und der militanten Gruppe Hisbollah weiterhin brüchig bleibt. Bei Angriffen auf zwei Städte im Süden Libanons wurden am Montag neun Menschen getötet, nachdem Hisbollah Raketen auf eine israelische Militärstellung im umstrittenen Gebiet der Shebaa-Farmen abgefeuert hatte.
