Ölpreise sinken durch geringere Versorgungsrisiken
Konflikt im Nahen Osten und 2025-Prognosen prägen den Markt

Die Ölpreise sind am Freitag gefallen und verzeichneten einen wöchentlichen Rückgang von mehr als drei Prozent. Hauptursachen waren die nachlassenden Sorgen über Versorgungsrisiken durch den Israel-Hezbollah-Konflikt sowie die Aussicht auf ein erhöhtes Angebot im Jahr 2025. Trotz der Erwartungen, dass die OPEC+ ihre Produktionskürzungen verlängern wird, schloss Brent-Öl um 34 Cent niedriger bei 72,94 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für US-amerikanisches West Texas Intermediate (WTI) fiel um 72 Cent auf 68 US-Dollar. Im Wochenvergleich ging der Brent-Preis um 3,1 Prozent zurück, während WTI einen Verlust von 4,8 Prozent verzeichnete.
Der Handelsaktivität fehlte es aufgrund des Thanksgiving-Feiertags in den USA an Dynamik. Gleichzeitig führte die seit Mittwoch geltende Waffenruhe im Nahen Osten zu einem Rückgang der Risikoprämien auf Öl, obwohl Vorwürfe über Verstöße von beiden Seiten geäußert wurden. Vier israelische Panzer wurden am Freitag in einem libanesischen Grenzdorf gesichtet, wie die staatliche Nachrichtenagentur des Libanon berichtete. Der Konflikt hat jedoch bisher keine Unterbrechungen der Öllieferungen verursacht, und für das Jahr 2025 wird ein Überangebot erwartet. Die Internationale Energieagentur prognostiziert ein Überschussangebot von mehr als einer Million Barrel pro Tag, was über ein Prozent der weltweiten Produktion ausmacht.
Analysten sehen eine Lockerung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage im kommenden Jahr. Dies könnte dazu führen, dass die Ölpreise unter dem Niveau von 2024 liegen. Der Markt blickt gespannt auf das nächste Treffen der OPEC+, das nach zwei Verschiebungen nun am 5. Dezember stattfinden soll. Dabei steht die Entscheidung über eine mögliche weitere Verlängerung der Produktionskürzungen im Fokus. Ole Hansen von der Saxo Bank warnte vor den Risiken weiterer Preisrückgänge, insbesondere durch die Freigabe von unerwünschten Ölfässern in Kombination mit einer erwarteten starken Produktion von Nicht-OPEC+-Ländern.
Eine Umfrage unter 41 Analysten von Reuters deutet darauf hin, dass Brent im Jahr 2025 durchschnittlich 74,53 US-Dollar pro Barrel kosten könnte. Dies wäre die siebte monatliche Abwärtskorrektur in Folge. Solche Prognosen verstärken die Unsicherheiten für den Markt, während sich Produzenten und Investoren gleichermaßen auf mögliche Entwicklungen einstellen.
