Ölpreise steigen durch China-Daten und Nahost-Spannungen
Positive Konjunkturdaten und fragile Waffenruhe beeinflussen den globalen Markt

Ölpreise sind am Montag gestiegen, angetrieben durch positive Wirtschaftsdaten aus China und eskalierende Spannungen im Nahen Osten. In China expandierte die Industrieproduktion im November mit der höchsten Geschwindigkeit seit fünf Monaten, was Hoffnungen auf eine stärkere Nachfrage weckte. Gleichzeitig verstärkten Angriffe Israels auf den Libanon trotz eines Waffenstillstands die Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Ölversorgung in der Region.
Die Preise für Brent-Rohöl stiegen um 36 Cent oder 0,49 % auf 72,20 US-Dollar pro Barrel, während der US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI) um 34 Cent oder 0,5 % auf 68,33 US-Dollar zulegte. Experten wie Dennis Kissler von BOK Financial wiesen darauf hin, dass die Marktbewegungen durch die optimistischen Konjunkturdaten aus China und die Erwartung beeinflusst werden, dass die OPEC+ ihre geplante Produktionssteigerung verschieben könnte. Laut Kissler sei die Lage in Israel trotz des Waffenstillstands weiterhin angespannt, was zusätzliche Unsicherheit in den Markt bringe.
Im Nahen Osten bleibt die Lage fragil. Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die vergangenen Mittwoch in Kraft trat, wird zunehmend als brüchig wahrgenommen. Am Montag kamen Berichten zufolge mindestens zwei Menschen bei israelischen Angriffen im Süden des Libanons ums Leben. Gleichzeitig intensivierten sich Luftangriffe in Syrien, während Präsident Baschar al-Assad ankündigte, die Aufständischen in Aleppo weiter zu bekämpfen. Analysten befürchten, dass eine Ausweitung der Spannungen die Ölversorgung weiter belasten könnte.
Auch geopolitische Entwicklungen außerhalb des Nahen Ostens beeinflussen den Markt. Die anhaltende Unsicherheit rund um die zukünftige Handelspolitik der USA unter der bevorstehenden Trump-Administration sorgt für Zurückhaltung bei Investoren. Marktteilnehmer beobachten zudem mit Spannung die anstehende OPEC+-Sitzung am 5. Dezember. Die Gruppe erwägt Berichten zufolge, die geplante Produktionssteigerung, die ursprünglich für Januar 2025 vorgesehen war, zu verschieben. Eine solche Entscheidung könnte den Druck auf die Ölpreise mindern und sie stabilisieren.
In der vergangenen Woche fielen die Preise für Rohöl um mehr als 3 %, belastet durch eine Entspannung der Versorgungsängste im Zuge des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah sowie durch Prognosen für ein Überangebot im Jahr 2025. Dennoch erwarten Analysten, dass die OPEC+ weiterhin auf Produktionskürzungen setzt, um den Markt zu stützen. Die Unsicherheit über die bevorstehende OPEC+-Strategie und die globalen geopolitischen Entwicklungen sorgt jedoch weiterhin für Volatilität auf dem Ölmarkt.
