Nahost-Spannungen drücken Wall Street – Ölpreise springen an
Eskalation rund um den Iran belastet US-Aktienmärkte spürbar, während Rohöl zeitweise über 85 Dollar klettert.

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten rund um den Iran haben die US-Börsen am Dienstag unter Druck gesetzt. Der S&P 500 verlor 0,9 Prozent, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise mehr als 2 Prozent eingebrochen war. Damit konnte der Leitindex einen erheblichen Teil seiner Tagesverluste wieder aufholen.
Auch die anderen großen US-Indizes gaben nach. Der technologielastige Nasdaq Composite sank um 1 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average verlor 403,51 Punkte beziehungsweise 0,8 Prozent – ein deutliches Zeichen für die breite Verunsicherung an den Märkten.
Ölpreise mit heftigen Ausschlägen
Besonders dynamisch verlief der Handel am Rohölmarkt. Die Futures auf die Nordseesorte Brent stiegen zwischenzeitlich über die Marke von 85 US-Dollar – erstmals seit Mitte 2024. Damit reagierten die Energiemärkte unmittelbar auf die geopolitischen Risiken in der Golfregion.
Im späteren Handelsverlauf beruhigten sich die Ölpreise jedoch wieder merklich. Brent-Futures pendelten sich bei rund 81 US-Dollar ein, was einem Tagesplus von etwa 5 Prozent gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht. Als dämpfender Faktor wirkte eine Aussage von US-Präsident Donald Trump: Er erklärte, die US-Marine könne Tanker durch die strategisch wichtige Straße von Hormus eskortieren – eine Meerenge, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird.
Für deutsche Anleger und Unternehmen sind steigende Ölpreise besonders relevant, da sie die Energiekosten in der Industrie und im Transportsektor direkt beeinflussen. Zudem können anhaltende Spannungen in der Golfregion die Volatilität an den internationalen Kapitalmärkten weiter erhöhen.
