Minenminister Mantashe verlangt mehr Verantwortung für Sicherheit im südafrikanischen Bergbau
Südafrikas Bergbauminister Gwede Mantashe drängt die Minenindustrie zu mehr Verantwortung beim Null-Schadens-Ziel. Trotz Rekordtiefs bei tödlichen Unfällen 2024 (42) und 2025 (41) stieg die Zahl bis September 2025 auf 49 an, wobei Platin und Gold gemeinsa

Südafrikas Bergbauminister Gwede Mantashe hat die Minenbetreiber zu größerer Verantwortungsübernahme aufgefordert, während die Industrie weiterhin die Vision einer schadensfreien Arbeitsumgebung verfolgt. Beim Gipfeltreffen für Bergbaugesundheit und -sicherheit am 17. September legte er die neuesten Unfallstatistiken vor und verlangte konsequentes Handeln.
Die Industrie habe im Verlauf des Jahres 2024 insgesamt 42 tödliche Unfälle registriert – der niedrigste jemals im südafrikanischen Bergbau dokumentierte Stand. Im Jahr darauf verbesserte sich dieser Bestwert auf 41 Todesfälle. "So sehr wir diese Erfolge würdigen, dürfen wir nicht vergessen, dass hinter diesen Zahlen echte Schicksale stehen. Es sind Menschen, die bei der Ausübung ihrer Arbeit ums Leben kamen. Es waren Versorger, die Angehörige in einer schwierigen Situation zurückließen", erklärte Mantashe.
Tödliche Unfälle nach Förderbereichen 2024
Die Aufstellung für 2024 offenbart eine ungleiche Lastenverteilung der tödlichen Zwischenfälle in den einzelnen Bergbausegmenten. Der Platinsektor wies mit 18 Todesopfern die größte Anzahl auf, danach der Goldbereich mit zwölf Fällen. Die Kohleförderung meldete sechs Todesfälle, die Chromindustrie drei, der Diamantenabbau zwei und sonstige Minen einen tödlichen Unfall.
Im Jahr 2025 änderte sich das Muster: Gold war mit 21 Todesfällen der risikoreichste Sektor, gefolgt von Platin mit elf, Chrom mit drei und Kohle mit zwei. Bedauerlicherweise kletterte die Zahl der Todesopfer im südafrikanischen Bergbau laut Mantashe bis zum 14. September des laufenden Jahres bereits auf 49. Davon gelten drei als ungeklärte Fälle, bei denen die genaue Todesursache noch nicht festgestellt werden konnte.
"Wir fordern die Unternehmen daher auf, die Untersuchungen dieser Vorfälle zu beschleunigen und die endgültige Klärung der Todesursachen zügig abzuschließen. Die Aufklärung der Umstände jedes einzelnen Unglücksfalls ist unerlässlich, um vorbeugende Maßnahmen zu verbessern und unser gemeinsames Engagement für Null Schäden voranzutreiben", so Mantashe.
Bis zum 14. September dieses Jahres entfielen auf den Platinsektor 18 Todesopfer, gefolgt von Gold mit 17 und Diamanten mit fünf. Platin und Gold vereinten gemeinsam mehr als 70 Prozent aller in diesem Jahr registrierten Todesfälle auf sich, was die fortgesetzte Konzentration gefährlicher Risiken in diesen beiden Förderbereichen unterstreicht.
Problemfelder: Fremdpersonal und Insolvenzen
Mantashe benannte verschiedene Schwierigkeiten, die einer sofortigen Lösung bedürften. Hierzu zählt die Beschäftigung von Vertragsarbeitern. Der Minister erklärte, die Statistiken wiesen einen Zusammenhang zwischen der wachsenden Zahl von Fremdpersonal in den Minen und der steigenden Anzahl tödlicher Unfälle aus. Eine weitere neu auftretende Herausforderung sei das Problem der Bergleute, die auf dem Arbeitsweg ums Leben gekommen seien.
Zudem wies der Minister darauf hin, dass ebenfalls ein gravierendes Fehlverhalten thematisiert werden müsse: Die Praxis von Minenbetreibern, nach einem Unglück in ihren Anlagen die Insolvenz zu beantragen, um sich ihrer Verantwortung zu entziehen. "Diese Missstände bereiten uns weiterhin große Sorgen und zeigen den dringenden Bedarf an dauerhaften und umfassenden Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen in den südafrikanischen Minen", sagte er.
Psychische Belastungen und Eigenverantwortung
Mantashe ergänzte, dass nichtübertragbare Erkrankungen einschließlich psychischer Leiden nach wie vor eine der Hauptursachen für Arbeitsunfähigkeit und Todesfälle in der Branche seien. "Wenn wir die gesundheitliche Situation der Minenarbeiter verbessern und unser Null-Schadens-Ziel verwirklichen möchten, müssen wir gemeinsam diese Probleme angehen, ein Bewusstsein für Gesundheit und Wohlbefinden schaffen und gewährleisten, dass die Beschäftigten die erforderliche Unterstützung und Versorgung erhalten", forderte er.
Der Gipfel dürfe sich nicht in einer reinen Bestandsaufnahme der Fortschritte erschöpfen. "Wir müssen zu einem konkreten Maßnahmenplan übergehen, der uns zu Null Schäden führt", sagte er und unterstrich, dass die Arbeitnehmer ebenfalls Verantwortung für ihre eigene Gesundheit und Sicherheit übernehmen müssten.
Mantashe verwies darauf, dass das Gesetz für Gesundheit und Sicherheit im Bergbau jedem Minenarbeiter das gesetzlich verbriefte Recht einräume, einen unsicheren Arbeitsplatz zu verlassen oder dessen Betreten zu verweigern – unabhängig vom Beschäftigungsverhältnis als Festangestellter oder Vertragskraft. "Es ist Ihr Recht. Nutzen Sie es. Tun Sie es für Ihre eigene Gesundheit und Sicherheit", appellierte er an die Belegschaft.
"Als Regierung bekräftigen wir unseren Willen, mit allen gesellschaftlichen Partnern – Unternehmen, Beschäftigten und Gemeinden – zusammenzuarbeiten, um Gesundheit und Sicherheit in unseren Minen durchzusetzen", schloss der Minister.
