Grubenunglück im Sudan: Über 60 Tote nach Goldminen-Einsturz befürchtet
Beim Einsturz einer Goldmine im Sudan sind mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen, die Bergungsarbeiten gestalten sich aufgrund fehlender Ausrüstung und instabilen Bodens äußerst schwierig.

Im sudanesischen Bundesstaat West-Kordofan ereignete sich am vergangenen Sonntag ein schweres Grubenunglück. Wie drei lokale Informanten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angaben, kamen beim Einsturz einer Goldmine mindestens 60 Personen ums Leben. Eine regionale Menschenrechtsorganisation wies zudem darauf hin, dass sich vermutlich noch weitere Kumpel unter der Erde befänden, und forderte umgehende Rettungseinsätze.
Die Beobachtungsinitiative Kordofan Observatory meldete am Mittwoch, dass nach dem Einsturz mehrerer benachbarter Schächte in der Mine al-Zara in der Region Fouja über 70 Arbeiter tot oder verschollen sind. Die Lagerstätte befindet sich nordwestlich von al-Nuhud in einer entlegenen Gegend des Landes.
Bergungsarbeiten erweisen sich als äußerst komplex
Gestützt auf Aussagen von Augenzeugen erklärte die Organisation, dass am Dienstag ein Überlebender ans Tageslicht kam und berichtete, weitere Personen befänden sich noch lebend unter der Erde. Bisher seien keine professionellen Rettungskräfte vor Ort eingetroffen. Der instabile, sandhaltige Untergrund erschwere den Anwohnern die Bemühungen, mit einfachen Geräten nach Überlebenden zu graben und Tote zu bergen.
Die drei lokalen Gewährsleute, die am Mittwoch mit Reuters sprachen, begründeten die hohe Opferzahl in dieser abgeschiedenen Region mit dem völligen Fehlen von Sicherheitsvorkehrungen und Rettungsgerät. Die gefährlichen Arbeitsumstände in den handwerklichen Minen sind seit langem dokumentiert, doch da es an Alternativen mangelt, gehen viele Menschen diesem risikoreichen Gewerbe nach.
Goldfieber unter lebensbedrohlichen Umständen
Der Sudan gehört zu den bedeutendsten Goldförderern Afrikas. Der überwiegende Teil des Edelmetalls wird jedoch unter lebensgefährlichen Bedingungen im sogenannten artisanal mining gewonnen und anschließend illegal außer Landes gebracht. Der Goldbergbau stellt eine wesentliche Einkommensquelle für die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) dar, die die Kontrolle über das Land ausüben.
Die Katastrophe von al-Zara lenkt den Blick erneut auf die desaströsen Arbeitsverhältnisse im sudanesischen Minensektor. Immer wieder kommt es zu schweren Unglücken mit Dutzenden Todesopfern. Fehlende Sicherheitsauflagen, ungenügende Schulung und mangelnde behördliche Aufsicht gelten als Hauptgründe für die sich wiederholenden Katastrophen.
Die Überlebenden und die Familien der Opfer warten unterdessen in der abgelegenen Region auf weitere Hilfsmaßnahmen. Ob und wann geschulte Rettungskräfte eintreffen werden, ist weiterhin ungewiss.
