Neue US-Sanktionen gegen VTB und Millionen-Beschlagnahme von Krypto-Geldern
Die USA verhängen neue Sanktionen gegen die VTB Bank und leiten ein Verfahren zur Beschlagnahmung von 61 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen aus illegalen iranischen Ölgeschäften ein – mit weitreichenden Folgen für die Rohstoffmärkte.

Die Regierung der Vereinigten Staaten unter Präsident Trump erhöht im Rahmen ihrer „Operation Economic Outcast“ den ökonomischen Druck auf den Iran. Wie das amerikanische Finanzministerium am Montag mitteilte, wurden neue Sanktionen gegen die russische VTB Bank verhängt. Gleichzeitig eröffnete die US-Staatsanwaltschaft ein zivilrechtliches Verfahren zur Einziehung von Kryptowährungen im Volumen von 61 Millionen US-Dollar, die mutmaßlich aus illegalen Öltransaktionen stammen.
Die neuen Strafmaßnahmen gegen die VTB Bank, das zweitgrößte Kreditinstitut Russlands, begründet das US-Finanzministerium mit dem Vorwurf, das Geldhaus habe Teheran bei der Umgehung von Sanktionen geholfen. Im Kern geht es um Korrespondenzbankbeziehungen zu sanktionierten iranischen Instituten. Zwar steht die VTB bereits seit 2022 und erneut seit Anfang 2025 unter US-Sanktionen, doch soll die aktuelle Maßnahme den Bewegungsspielraum der Bank weiter deutlich verringern.
Eingeschränkte Wirksamkeit, jedoch strategisch relevant
Fachleute wie Marcus weisen allerdings darauf hin, dass die praktische Wirksamkeit der neuen Sanktionen überschaubar bleiben dürfte, da die Bank bereits zuvor weitreichenden Strafmaßnahmen unterlag. Von besonderer Relevanz ist dabei, dass die VTB nach Medienberichten die einzige russische Bank mit einer Filiale in China ist. Dies könnte mittelbare Folgen für die Handelsbeziehungen zwischen Peking und Teheran haben, denn China ist der mit Abstand größte Abnehmer von iranischem Erdöl.
Parallel dazu schreitet das US-Justizministerium gegen ein Netzwerk ein, das Kryptowährungen zur Geldwäsche einsetzt. Laut einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York wurden mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem Schwarzmarktverkauf von iranischem Rohöl über Krypto-Akteure in China und anderen Staaten gewaschen. Die Erlöse sollten dem iranischen Militär sowie den Revolutionsgarden zufließen.
Chinesische Unternehmen im Fokus der Ermittlungen
Im Mittelpunkt der Anschuldigungen stehen die beiden chinesischen Firmen „Blessed Trust“ und „Hexa Whale“. Sie sollen über Handelskonten an der Börse Binance Gelder für das iranische Regime transferiert haben. Der Emittent Tether Ltd. hat angekündigt, die betroffenen Token zu vernichten und durch neue zu ersetzen, die anschließend in den Besitz der US-Regierung übergehen.
Die Maßnahmen verdeutlichen die zentrale Rolle Chinas in diesem Geflecht. Die Volksrepublik ist der größte Abnehmer iranischen Erdöls und deckte 2025 rund 80 Prozent der iranischen Exporte ab, was täglich etwa 1,4 Millionen Barrel entspricht. Bereits am 10. September berichtete Reuters, dass der Iran über Tauschgeschäfte Sanktionen umgeht, um Waren aus China zu beziehen.
Washington hatte bereits im April eine unabhängige chinesische Raffinerie mit Sanktionen belegt und Finanzinstitute vor Geschäften mit chinesischen Raffinerien gewarnt, die iranisches Öl verarbeiten. Die US-Regierung betrachtet diese Schritte als notwendig, um die Finanzierung terroristischer Aktivitäten und feindseliger Militäroperationen durch den Iran zu unterbinden.
Für Anleger in Rohstoffmärkte sind diese Entwicklungen von Bedeutung, da die Sanktionen gegen die VTB Bank die ohnehin angespannten Handelsbeziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter verschärfen könnten. Zudem zeigt der Fall, dass Kryptowährungen zunehmend ins Visier von Aufsichtsbehörden geraten – ein Trend, der auch den europäischen und deutschen Markt für digitale Vermögenswerte erfassen dürfte.
