Kuwait Petroleum stoppt Raffinerien nach Drohnenangriffen auf Anlagen
Drohnenangriffe treffen zwei der größten kuwaitischen Raffinerien und zwingen den staatlichen Energiekonzern zur Betriebsunterbrechung.

Der staatliche kuwaitische Energiekonzern Kuwait Petroleum Corp. hat den Betrieb in seinen beiden Großraffinerien Mina Abdullah und Mina Al-Ahmadi vorübergehend eingestellt. Hintergrund sind Drohnenangriffe, die die Anlagen am Donnerstag trafen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf kuwaitische Regierungsbeamte, die mit der Angelegenheit vertraut sind.
Notfallteams konnten die Brände löschen, die in Teilen der betroffenen Anlagen ausgebrochen waren. Kuwait Petroleum prüft derzeit noch das vollständige Ausmaß der Schäden an beiden Raffinerien. Ein genauer Zeitplan für die Wiederaufnahme des Betriebs ist bislang nicht bekannt.
Massive Kapazitäten betroffen
Die beiden stillgelegten Anlagen gehören zu den größten Raffinerien des Landes. Die Raffinerie Mina Al-Ahmadi verfügt über eine tägliche Verarbeitungskapazität von 454.000 Barrel, Mina Abdullah kommt auf 346.000 Barrel pro Tag. Zusammen repräsentieren sie damit einen erheblichen Teil der kuwaitischen Raffineriekapazität.
Bereits vor den Angriffen liefen alle drei kuwaitischen Raffinerien lediglich auf etwa der Hälfte ihrer Gesamtkapazität. Die Angriffe verschärfen damit eine ohnehin angespannte Versorgungslage im Land. Kuwait ist als bedeutender Ölproduzent am Persischen Golf ein wichtiger Akteur auf dem globalen Energiemarkt.
Die Vorfälle reihen sich in eine Serie von Drohnenangriffen auf Energieinfrastruktur in der Golfregion ein, die in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Für Ölmärkte und Energieinvestoren weltweit sind solche Ereignisse ein kritischer Faktor, da Unterbrechungen in der Raffineriekapazität kurzfristig die globalen Kraftstoffpreise beeinflussen können.
