Nahost-Ölprämien erreichen Rekordhoch durch Iran-Israel-Konflikt
Dubai- und Oman-Rohöl notieren rund 65 Dollar über Referenzpreisen – so hoch wie nie zuvor.

Die Spannungen im Nahen Osten treiben die Rohölpreise auf historische Höchststände. Dubai- und Oman-Rohöl wurden am Donnerstag mit Aufschlägen von rund 65 US-Dollar pro Barrel über ihren jeweiligen Referenzpreisen gehandelt – neue Allzeithochs, die laut Handelskreisen und Reuters-Daten durch massive Versorgungsängste ausgelöst wurden.
Auslöser der Preisexplosion sind Vergeltungsschläge des Iran gegen israelische Angriffe auf iranische Gasanlagen. Der fast dreiwöchige Konflikt zwischen Teheran und Tel Aviv hat die sogenannten Spot-Prämien – also die Aufschläge auf den Spotmarktpreis gegenüber Futures-Kontrakten – in bislang ungekannte Höhen getrieben.
Rekordwerte im Vergleich zum Vormonat
Dubai-Rohöl (Cash) wurde am Donnerstag für Mai-Lieferungen mit 166,80 US-Dollar pro Barrel bewertet. Zum Vergleich: Der ICE-Brent-Kontrakt lag bei lediglich 114,17 Dollar. Der Aufschlag von Dubai-Rohöl gegenüber Swaps erreichte 65,42 Dollar pro Barrel – ein dramatischer Anstieg gegenüber dem Februar-Durchschnitt von gerade einmal 90 Cent.
Auch Oman-Rohöl-Futures kletterten auf knapp 167 Dollar pro Barrel und markierten damit ebenfalls ein Rekordhoch. Der Aufschlag gegenüber Dubai-Swaps betrug 65,58 Dollar – verglichen mit einem Februar-Durchschnitt von nur 75 Cent. Diese Zahlen verdeutlichen das außergewöhnliche Ausmaß der aktuellen Marktverzerrung.
Der Spread zwischen Brent- und Dubai-Swaps weitete sich laut LSEG-Daten auf 12,79 Dollar pro Barrel aus. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Energieexposure ist diese Entwicklung besonders relevant, da steigende Rohölpreise aus der Golfregion direkt auf die globalen Energiemärkte und damit auf Benzin- und Heizölpreise in Europa durchschlagen können.
