Kuba bittet Vatikan um Hilfe gegen US-Ölembargo
Havanna wendet sich an den Heiligen Stuhl, um Druck auf die Trump-Regierung zur Lockerung der Ölblockade auszuüben.

Kubanische Regierungsvertreter haben den Vatikan in hochrangigen Gesprächen um Unterstützung gebeten. Ziel ist es, die US-Regierung unter Präsident Donald Trump zu einer Lockerung des Ölembargos gegen die Karibikinsel zu bewegen. Dies berichtete die Washington Post am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
An den Treffen soll auch Papst Leo beteiligt gewesen sein. Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig verifizieren. Das Presseamt des Vatikans, das Weiße Haus sowie die kubanische Regierung reagierten auf Anfragen zunächst nicht.
Wirtschaftskrise verschärft sich durch Ölblockade
Havanna und Washington hatten Anfang März Gespräche aufgenommen – ein seltenes diplomatisches Signal zwischen den beiden Ländern, die seit Jahrzehnten in einem tiefen Konflikt stehen. Gleichzeitig verschärft die von Trump verhängte Ölblockade die ohnehin schwere Wirtschaftskrise auf der kommunistisch geführten Insel weiter.
Berichten zufolge verfolgt die Trump-Regierung dabei ein klares Ziel: den kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel politisch zu schwächen und zu entmachten. Die Ölblockade gilt als zentrales Druckmittel in dieser Strategie.
Für deutsche Beobachter ist die Einschaltung des Vatikans kein unbekanntes Muster. Bereits 2014 spielte der Heilige Stuhl unter Papst Franziskus eine entscheidende Vermittlerrolle bei der historischen Annäherung zwischen Kuba und den USA unter Präsident Barack Obama. Ob der Vatikan erneut als diplomatischer Vermittler fungieren kann, bleibt angesichts der verhärteten Fronten unter der Trump-Regierung fraglich.
