Iran blockiert chinesische Cosco-Schiffe in der Straße von Hormus
Teheran verhinderte die Durchfahrt zweier Schiffe des staatlichen Konzerns Cosco Shipping – ein gefährliches Signal für den Welthandel.

Der Iran hat am Freitag zwei Schiffe des chinesischen Staatskonzerns Cosco Shipping an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert. Laut einem Bericht des Wall Street Journal wurden die Schiffe rund 20 Meilen vor dem iranischen Hafen Bandar Abbas zur Umkehr gezwungen. Die Informationen stammen aus dem Schiffstracker MarineTraffic sowie von chinesischen Besatzungsmitgliedern in der Nähe der Meerenge.
Die Straße von Hormus gilt als einer der strategisch wichtigsten Schifffahrtswege der Welt. Täglich passieren dort Tanker mit rund 20 Prozent des globalen Ölhandels. Eine dauerhafte Blockade hätte massive Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte und die Versorgungssicherheit weltweit.
Revolutionsgarden weisen mehrere Schiffe ab
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten insgesamt drei Containerschiffe unterschiedlicher Nationalität abgewiesen. Damit weitet der Iran seine Blockadepolitik offenbar gezielt aus – und schreckt dabei selbst vor Schiffen eines wichtigen Handelspartners nicht zurück. China gilt traditionell als einer der engsten wirtschaftlichen Verbündeten Teherans.
Allerdings konnten einige andere Containerschiffe mit chinesischen Eigentümern und Besatzungen die Meerenge in den vergangenen Tagen ungehindert passieren, wie das WSJ ergänzte. Die Selektivität der Maßnahmen deutet auf eine gezielte politische Signalwirkung hin, deren genaue Hintergründe noch unklar sind.
Für deutsche Anleger und Unternehmen ist die Entwicklung am Persischen Golf von erheblicher Bedeutung. Steigende geopolitische Spannungen in der Region treiben erfahrungsgemäß die Ölpreise nach oben und belasten die globalen Lieferketten. Investoren beobachten die Lage rund um die Straße von Hormus daher mit wachsender Aufmerksamkeit.
