Kasachstan erweitert Öl-Exporte über Türkei
Diversifizierung reduziert Abhängigkeit von Russland und stärkt regionale Kooperation

Kasachstan plant eine deutliche Erhöhung seiner Rohölexporte über den türkischen Hafen Ceyhan, wie Energieminister Almasadam Satkaliyev mitteilte. Dies könnte den Anteil der Exporte, die derzeit zu über 80 Prozent über Russland abgewickelt werden, reduzieren. Die Exporte über die Baku-Tiflis-Ceyhan (BTC)-Pipeline sollen von derzeit 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr auf bis zu 20 Millionen Tonnen steigen. Ein genauer Zeitrahmen wurde nicht genannt. Laut Satkaliyev besteht auf beiden Seiten Interesse daran, die Liefermengen in dieser Richtung schrittweise zu steigern. Die Pipeline führt durch Aserbaidschan, Georgien und die Türkei, wobei das kasachische Rohöl per Tanker über das Kaspische Meer transportiert wird.
In diesem Jahr wird Kasachstan voraussichtlich 68,8 Millionen Tonnen Öl exportieren. Davon entfallen 55,4 Millionen Tonnen auf die Caspian Pipeline Consortium (CPC)-Pipeline, die das Öl zum russischen Schwarzmeerhafen Novorossiisk transportiert. Über die Atyrau-Samara-Pipeline, die ebenfalls durch Russland führt, werden 8,6 Millionen Tonnen transportiert. Weitere 3,6 Millionen Tonnen werden über das Kaspische Meer verschifft, während 1,1 Millionen Tonnen per Pipeline nach China exportiert werden.
Die Ölförderung des Landes wird für dieses Jahr auf 88,4 Millionen Tonnen geschätzt, was rund 1,82 Millionen Barrel pro Tag entspricht. Ursprünglich war eine Produktion von mehr als 90 Millionen Tonnen geplant, doch Wartungsarbeiten an großen Ölfeldern sowie Verpflichtungen im Rahmen des OPEC+-Abkommens zur Produktionsreduzierung haben das ursprüngliche Ziel nach unten korrigiert. Kasachische Exporte machen über ein Prozent des weltweiten Angebots aus.
Ab 2026 rechnet Kasachstan damit, mehr als 100 Millionen Tonnen Öl pro Jahr zu fördern. Die Strategie zur Diversifizierung der Exportwege zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Dies erfolgt vor dem Hintergrund wachsender internationaler Spannungen und der Bedeutung sicherer und flexibler Handelsrouten für Rohstoffe. Aserbaidschanische Partner haben Interesse an einer engeren Zusammenarbeit signalisiert, was die Realisierung der geplanten Steigerung der BTC-Exporte begünstigen könnte.
