ANZEIGE

Ölpreise stagnieren nach Dollar-Anstieg

Schwache Nachfrage und steigende Produktion belasten die Markterwartungen

2 Min
Ölpreise stagnieren nach Dollar-Anstieg

Die Ölpreise verharrten am Donnerstag weitgehend stabil, nachdem sie zu Beginn der Woche infolge eines stärkeren US-Dollars und Sorgen über steigende Angebotsmengen bei schleppender Nachfrage gesunken waren. Brent-Rohöl-Futures verzeichneten einen leichten Rückgang um 3 Cent auf 72,25 US-Dollar pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate-Futures um 7 Cent auf 68,36 US-Dollar fielen. Laut Danish Lim, Analyst bei Phillip Nova, werde die Entwicklung des US-Dollars sowohl kurzfristig als auch langfristig der entscheidende Faktor für die Ölpreise sein. Lim betonte, dass der jüngste Anstieg des Dollars erheblichen Druck auf die Ölpreise ausübe und erwarte, dass der Ölmarkt volatil bleibe, wobei eine bärische Tendenz vorherrsche.

Der Dollar stieg am Donnerstag auf ein Einjahreshoch und setzte damit die Aufwärtsbewegung vom Vortag fort, als er ein Siebenmonatshoch gegenüber wichtigen Währungen erreicht hatte. Diese Entwicklung folgte auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Oktober, die den Erwartungen entsprachen und damit Befürchtungen über eine nachlassende Nachfrage in den Vereinigten Staaten verstärkten. Der Markt sei derzeit durch zahlreiche Faktoren gekennzeichnet, die eine schwache Nachfrage zur Folge hätten, erklärte Kelvin Wong, Senior Analyst bei OANDA. Zu diesen Faktoren gehöre auch der Anstieg der Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen sowie ein Anstieg der 10-jährigen Break-even-Inflationsrate auf 2,35 Prozent. Diese Faktoren erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer flachen Zinssenkung der Federal Reserve im Jahr 2025, was insgesamt zu einer geringeren Liquidität und somit zu einer reduzierten Nachfrage nach Öl führe.

Die US-Energieinformationsbehörde erhöhte ihre Prognose für die weltweite Ölproduktion im Jahr 2024 leicht von zuvor 102,5 Millionen Barrel pro Tag auf 102,6 Millionen Barrel pro Tag. Diese Anpassung sei auf eine erwartete Produktionssteigerung in den USA um 300.000 Barrel pro Tag zurückzuführen. Für das Jahr 2025 erwartet die Behörde eine globale Produktion von 104,7 Millionen Barrel pro Tag. Der Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur wird im Laufe des Tages erwartet und könnte weitere Einblicke in die Marktlage liefern.

Unabhängige Analysten wie Tina Teng sehen angesichts der schwachen Nachfrage in China wenig Faktoren, die die Ölpreise unterstützen könnten. Der Markt bleibe durch eine Kombination aus hoher Angebotsmenge und schwacher Nachfrage geprägt, was derzeit die Aussichten auf eine bullische Marktbewegung dämpfe.

RohölÖlÖlpreisBrent Öl

Meistgelesene News

  1. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  2. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  3. Zentralbanken benötigen über 20.000 Tonnen Gold für optimale Reservequote
  4. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  5. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf

Disclaimer