Ölpreise sinken nach enttäuschendem China-Konjunkturpaket
Höherer Dollar und schwache Nachfrage belasten den Markt weiter

Der Ölpreis fiel am Montag um mehr als zwei Dollar pro Barrel, nachdem das jüngste Konjunkturpaket Chinas die Erwartungen der Investoren verfehlte, die auf ein Wachstum der Kraftstoffnachfrage in der zweitgrößten Ölverbrauchsnation der Welt hofften. Gleichzeitig legte der US-Dollar zu, was die Kosten für Öl, das in der amerikanischen Währung gehandelt wird, für Käufer anderer Währungen weiter erhöhte. Brent-Rohöl notierte um 9:46 Uhr CST bei 71,87 Dollar pro Barrel, was einem Rückgang von 2,71 % entspricht. US-West Texas Intermediate (WTI) fiel auf 68,25 Dollar pro Barrel, was einem Rückgang von 3,01 % entspricht. Beide Rohölsorten hatten bereits am Freitag mehr als 2 % eingebüßt.
Marktanalyst Phil Flynn von der Price Futures Group äußerte, dass der Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen möglicherweise weiterhin Auswirkungen auf den Markt habe. Trumps Wahlversprechen, die heimische Ölproduktion auszuweiten, nehme Händlern den Anreiz, auf steigende Preise zu setzen, sagte Flynn. Zudem hätten sich am Montag aufgrund des Feiertags Veterans Day weniger Händler am Markt beteiligt, was den Preisrückgang zusätzlich verstärkt habe. Währenddessen stieg der US-Dollar-Index und erreichte Höchststände, wie zuletzt direkt nach den Wahlen am 5. November. Marktteilnehmer warten noch auf Klarheit über die zukünftige US-Politik, was die Unsicherheit auf den Märkten weiter erhöht.
In China blieben die Verbraucherpreise im Oktober auf dem niedrigsten Niveau der letzten vier Monate, während der Preisverfall bei den Herstellern weiter zunahm. Trotz verstärkter Bemühungen der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft blieb die Konjunktur schwach. Analyst Achilleas Georgolopoulos von der Brokerfirma XM wies darauf hin, dass die Inflationsdaten Chinas erneut schwach ausfielen und die Marktteilnehmer Deflationsrisiken befürchten. Insbesondere sank die jährliche Veränderung des Erzeugerpreisindex weiter in den negativen Bereich, was auf ein rückläufiges Wirtschaftswachstum hindeutet.
Laut Tamas Varga, Analyst bei dem Ölhändler PVM, dürften die neuen Unterstützungsmaßnahmen der chinesischen Regierung weder das Wachstum der chinesischen Ölnachfrage noch die Rohölimporte beleben. Nach den US-Wahlen richtet sich die Aufmerksamkeit nun wieder auf die fundamentalen Marktbedingungen, die weiterhin von Unsicherheit geprägt sind. Der Ölpreis geriet zusätzlich unter Druck, nachdem die Sorgen über mögliche Lieferausfälle durch den Sturm Rafael im Golf von Mexiko nachgelassen hatten. Am Sonntag waren noch mehr als ein Viertel der Ölförderung und 16 % der Erdgasproduktion in der Region außer Betrieb, wie die dortige Energieaufsichtsbehörde mitteilte.
