Iran plant Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormus
Teheran kündigt Transitgebühren an – gemeinsam mit dem Oman soll der Schiffsverkehr durch die strategische Meerenge kontrolliert werden.

Der Iran will Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, künftig mit einer Gebühr belegen. Das erklärte der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi in einem Interview mit dem russischen Staatssender Sputnik. Die Ankündigung verschärft die ohnehin angespannte Lage rund um eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Gharibabadi betonte, der Schiffsverkehr durch die Meerenge solle künftig unter der Aufsicht und Koordination des Irans und des Omans als Anrainerstaaten erfolgen – auch in Friedenszeiten. Beide Länder arbeiten laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA bereits an einem gemeinsamen Protokoll zur Überwachung des Schiffsverkehrs. Dieses soll eine sichere Durchfahrt gewährleisten und den Schiffen verbesserte Dienstleistungen auf der Route anbieten.
Strategische Bedeutung der Meerenge
Die Straße von Hormus gilt als einer der bedeutendsten Energiekorridore weltweit. Über die Meerenge wird etwa ein Fünftel des gesamten globalen Angebots an Erdöl und Flüssigerdgas transportiert. Eine Sperrung oder Einschränkung des Durchgangsverkehrs hätte damit unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte und die Rohstoffpreise.
Teheran hatte den Seeweg faktisch geschlossen, nachdem die USA und Israel militärische Angriffe auf den Iran durchgeführt hatten. Als Reaktion darauf griff der Iran Israel, US-Stützpunkte sowie Golfstaaten an. Die Eskalation hat die geopolitischen Spannungen in der Region auf ein neues Niveau gehoben.
Macron und Trump mit gegensätzlichen Signalen
Die Entwicklungen fallen in eine Phase intensiver diplomatischer Aktivität. US-Präsident Donald Trump hatte seine Verbündeten zuvor aufgefordert, auf eine Wiedereröffnung der Wasserstraße hinzuwirken. Der französische Präsident Emmanuel Macron dämpfte jedoch Erwartungen an eine militärische Lösung: Eine Militäroperation zur gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus sei unrealistisch, erklärte er am Donnerstag.
Für deutsche und europäische Anleger sind die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus von erheblicher Relevanz. Störungen auf dieser Route treiben erfahrungsgemäß die Energiepreise in die Höhe und belasten energieintensive Industrien. Die Einführung von Transitgebühren durch den Iran könnte zudem die Frachtkosten für Tanker und damit die globalen Lieferketten nachhaltig verteuern.
