Iran-Krise belastet Märkte: Ölpreis springt auf 110 Dollar
Trumps Ankündigung weiterer Militärschläge gegen den Iran treibt den Ölpreis zeitweise auf knapp 110 Dollar je Barrel.

Der Ölmarkt reagierte am Donnerstag mit heftigen Ausschlägen auf die Rede von US-Präsident Donald Trump. Nachdem er weitere Militärschläge gegen den Iran in den kommenden zwei bis drei Wochen angekündigt hatte, schoss der Preis für Brent-Rohöl zeitweise auf knapp 110 US-Dollar je Barrel – von unter 100 Dollar vor der Rede. Am Abend notierte Brent bei rund 108 Dollar, ein Tagesplus von etwa sechs Prozent.
Für eine spürbare Beruhigung sorgte zwischenzeitlich eine Meldung der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Demnach verhandelt der Iran gemeinsam mit Oman über ein Protokoll zur Überwachung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Der stellvertretende iranische Außenminister betonte dabei die Bedeutung einer sicheren Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge.
DAX rettet sich mit moderatem Minus ins Osterwochenende
Der deutsche Leitindex DAX stand zwischenzeitlich fast drei Prozent im Minus, konnte seine Verluste aber deutlich begrenzen. Zum Handelsschluss verlor der DAX lediglich 0,56 Prozent auf 23.168,08 Punkte. In der verkürzten Karwoche ergibt sich damit sogar eine Erholung von knapp vier Prozent. Der MDAX der mittelgroßen Werte schloss 0,99 Prozent schwächer bei 28.916,26 Punkten.
Auch europaweit hielten sich die Verluste in Grenzen. Der EuroStoxx 50 gab 0,70 Prozent auf 5.692,86 Punkte nach, konnte seine anfänglichen Verluste aber ebenfalls deutlich reduzieren. Der Schweizer SMI erholte sich nahezu vollständig von seinen Tagestiefs, während der britische FTSE 100 in London sogar leichte Gewinne verbuchen konnte.
Wall Street zeigt sich widerstandsfähig
Die US-Börsen starteten trotz der geopolitischen Eskalation erstaunlich robust in den Handelstag. Der Dow Jones verlor lediglich rund 0,5 Prozent auf 46.334 Punkte – deutlich weniger als vor Handelsbeginn befürchtet. Für die verkürzte Börsenwoche zeichnet sich damit sogar ein Plus von über zwei Prozent ab. Der S&P 500 notierte kaum verändert bei 6.550 Punkten, der technologielastige Nasdaq 100 büßte 0,5 Prozent auf 23.906 Punkte ein.
In Asien fiel die Reaktion deutlich heftiger aus. Der japanische Nikkei 225 brach um rund drei Prozent auf 52.273 Punkte ein, der südkoreanische Kospi verlor sogar 5,6 Prozent. Chinesische Börsen sowie der Hongkonger Hang-Seng-Index gaben jeweils mehr als ein Prozent nach.
Euro unter Druck, Dollar als sicherer Hafen gefragt
Im Devisenmarkt setzte sich ein klassisches Risikoaversions-Muster durch. Der Euro fiel von über 1,16 Dollar in der Nacht auf 1,1540 Dollar am Nachmittag. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1525 Dollar fest, nach 1,1605 Dollar am Vortag. Der Dollar profitierte einmal mehr von seiner Rolle als globale Leitwährung in Krisenzeiten.
