Indien verlängert Betrieb von Kohlekraftwerken
Importierte Kohle soll steigende Stromnachfrage bis Jahresende decken

Indien hat die Laufzeit für die importierten Kohlekraftwerke des Landes verlängert, sodass diese bis zum 31. Dezember mit voller Kapazität betrieben werden müssen. Dies geschieht in Erwartung eines höheren Strombedarfs, wie aus einem Regierungsrundschreiben hervorgeht, das von Reuters eingesehen wurde. Zuvor hatte die indische Regierung den Betrieb der Kohlekraftwerke auf Basis importierter Kohle bis zum 15. Oktober genehmigt.
Die Anordnung, die auf den vergangenen Dienstag datiert ist, nutzt eine Notfallklausel, die es der Regierung erlaubt, Unternehmen wie Tata Power, Adani Power und Vedanta anzuweisen, ihre Kraftwerke mit importierter Kohle mit voller Leistung zu betreiben. Diese importierten Kohlekraftwerke haben zusammen eine jährliche Kapazität von nahezu 16 Gigawatt.
Interessanterweise wird diese Maßnahme ergriffen, obwohl die Kohlekraftwerksproduktion in Indien im September im Jahresvergleich den zweiten Monat in Folge zurückging. Dies ist auf ein langsameres Wachstum beim Stromverbrauch und einen Anstieg der Solarstromproduktion zurückzuführen. Dennoch stieg die gesamte Kohlekraftwerksproduktion des Landes im Zeitraum April bis September, dem ersten Halbjahr des laufenden Finanzjahres, um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie offizielle Regierungsdaten zeigen.
Das Rundschreiben der Regierung ist bisher noch nicht öffentlich, und das Bundesministerium für Energie hat auf Anfragen nach einer Stellungnahme nicht sofort reagiert.
Die Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeit der Kohlekraftwerke fällt in eine Zeit, in der die Nachfrage nach Strom in Indien tendenziell ansteigt. Gleichzeitig sind die Energieunternehmen gefordert, ihren Beitrag zur Deckung dieses Bedarfs zu leisten, insbesondere in Hinblick auf die schwankende Verfügbarkeit erneuerbarer Energiequellen wie Solarenergie.
