Indien steigert Kohleimporte für mehr Stromerzeugung
Thermische Kraftwerke und Kohleproduktion wachsen, Nachfrage übertrifft jedoch lokale Förderung

Indien hat seine Importe von thermischer Kohle im Zeitraum von April bis Juli im Vergleich zum Vorjahr um 2% gesteigert, wie aus einer Erklärung des indischen Kohleministeriums am Mittwoch hervorgeht. Diese Maßnahme diente dazu, die Stromerzeugung im Land zu erhöhen. Die Gesamtkohleimporte, einschließlich der Koks-Kohle, die hauptsächlich von Stahlherstellern verwendet wird, stiegen im gleichen Zeitraum um 0,9% und erreichten insgesamt 90,51 Millionen Tonnen.
Die Stromerzeugung aus thermischen Kraftwerken stieg im Zeitraum von April bis Juli um 11,1% auf 483,82 Milliarden Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig war der Anstieg des Verbrauchs von importierter Kohle in Kohlekraftwerken, der um etwa 75% auf 17,69 Millionen Tonnen zunahm. Dies zeigt, dass Indien verstärkt auf Importe angewiesen ist, um seinen wachsenden Energiebedarf zu decken.
Obwohl Indien über die fünftgrößten Kohlereserven der Welt verfügt, hinkt die lokale Produktion der Nachfrage hinterher. Mehr als die Hälfte der installierten Kapazität von 448 Gigawatt in Indien basiert auf thermischer Energie. Die Kohleproduktion innerhalb des Landes stieg in den Monaten April bis Juli um 9,6% auf 321,40 Millionen Tonnen. Dennoch reicht die inländische Förderung nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken.
Um den wachsenden Energiebedarf des Landes zu decken, wird Indien bis zum Jahr 2035 die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken weiter steigern, sagte der indische Energieminister Manohar Lal Khattar kürzlich. Dieser Ausbau ist notwendig, um die stetig wachsende Nachfrage nach Elektrizität in dem aufstrebenden Land zu bewältigen. Die Abhängigkeit von Kohle, insbesondere von Importen, bleibt somit ein zentrales Thema in der indischen Energiepolitik.
