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Indien sucht neue Kokskohlequellen für die Stahlproduktion

Mongolische Importe bieten preisgünstige Alternativen zu australischen Lieferungen

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Indien sucht neue Kokskohlequellen für die Stahlproduktion

Indien plant, seine Abhängigkeit von bestimmten Ländern bei der Einfuhr von Kokskohle zu reduzieren. In diesem Zusammenhang befinden sich JSW Steel, der größte Stahlhersteller Indiens, und der staatlich geführte Steel Authority of India Limited (SAIL) in Gesprächen mit mongolischen Behörden über den Import von zwei Lieferungen dieses Rohstoffs. Laut anonymen Quellen beabsichtigt JSW Steel den Kauf von 2.500 Tonnen, während SAIL 75.000 Tonnen Kokskohle aus der Mongolei beziehen möchte. Die Transporte könnten über Russland oder China abgewickelt werden.

SAIL-Vorsitzender Amarendu Prakash erklärte gegenüber Reuters, dass derzeit die logistischen Möglichkeiten geprüft würden. In einer per E-Mail übermittelten Stellungnahme teilte das Unternehmen mit, dass die Diversifizierung der Kokskohlelieferanten im Fokus stehe. Dies ist Teil der Bemühungen, alternative Bezugsquellen zu erschließen, da Indien aktuell rund 85 Prozent seines Bedarfs an Kokskohle durch Importe deckt.

Die Suche nach neuen Lieferanten wurde durch witterungsbedingte Unterbrechungen der australischen Lieferungen Ende letzten Jahres verstärkt. Australien liefert mehr als die Hälfte der etwa 70 Millionen Tonnen Kokskohle, die Indien jährlich importiert. Nach Angaben von Branchenvertretern bietet die Mongolei als rohstoffreiches, jedoch landumschlossenes Land hochwertige Kokskohle zu vergleichsweise günstigen Preisen an. Mongolische Kohle kostet rund 50 US-Dollar pro Tonne weniger als australische Importe. Diese Preisvorteile sowie die steigende Nachfrage nach Stahl, bedingt durch Indiens rasches Wirtschaftswachstum und hohe Investitionen in die Infrastruktur, machen die Mongolei zu einem attraktiven Partner.

Auch Jindal Steel and Power, ein weiterer großer indischer Stahlhersteller, zeigt Interesse an mongolischer Kokskohle, wie eine Quelle berichtete. JSW Steel und Jindal Steel and Power haben auf Anfragen zu ihrer Importstrategie nicht reagiert.

Die indische Regierung unterstützt die Stahlindustrie bei der Diversifizierung der Lieferketten, um die Abhängigkeit von einzelnen Ländern zu verringern. Laut der Beratungsfirma BigMint importierte Indien im ersten Halbjahr des laufenden Fiskaljahres 29,4 Millionen Tonnen Kokskohle, ein Anstieg von fast zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies verdeutlicht den kontinuierlichen Bedarf und die strategische Notwendigkeit, neue Bezugsquellen zu erschließen.

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