IEA: Straße von Hormus löst größte Ölversorgungsstörung der Geschichte aus
Die Schließung der Straße von Hormus trifft die globalen Ölmärkte mit historischer Wucht.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat die aktuelle Situation an der Straße von Hormus als die größte Störung der globalen Ölversorgung in der Geschichte eingestuft. Im März 2025 droht ein Angebotsrückgang von rund 8 Millionen Barrel pro Tag – das entspricht etwa 8 Prozent der weltweiten Versorgung. Die Auswirkungen auf die Energiemärkte sind damit beispiellos.
Um die Ölpreise zu stabilisieren und den Ausfall der Produktion im Nahen Osten abzufedern, reagierten die IEA-Mitgliedstaaten mit einer Rekordmaßnahme. Sie vereinbarten, insgesamt 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freizugeben – mehr als jemals zuvor in der Geschichte der Agentur. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies eine direkte Bedrohung durch steigende Energiekosten.
Die Straße von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran gilt als eine der kritischsten Engstellen der globalen Energieversorgung. Täglich passieren dort rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls. Eine vollständige Blockade dieser Route trifft vor allem Abnehmer in Europa und Asien unmittelbar.
Historische Ölversorgungsstörungen im Vergleich
Die aktuelle Krise übertrifft damit alle früheren Versorgungsunterbrechungen, die die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Zu den bedeutendsten historischen Störungen zählen:
Arabisches Ölembargo 1973
: Die OPEC-Staaten drosselten die Produktion und stoppten Lieferungen an westliche Länder; Preise vervierfachten sich. -
Iranische Revolution 1978/79
: Der Ausfall der iranischen Produktion entzog dem Markt bis zu 5,6 Millionen Barrel täglich. -
Irak-Iran-Krieg 1980
: Beide Länder zusammen verloren zeitweise rund 6 Millionen Barrel pro Tag an Förderkapazität. -
Golfkrieg 1990/91
: Die irakische Invasion Kuwaits und die folgende Zerstörung von Ölinfrastruktur entzog dem Markt etwa 4,3 Millionen Barrel täglich. -
Libyen-Krise 2011
: Der Bürgerkrieg unterbrach rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag.
Mit dem aktuellen Ausfall von 8 Millionen Barrel täglich setzt die Hormus-Krise einen neuen, negativen Rekord. Die IEA hatte ihre strategischen Reserven zuletzt in großem Umfang nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 freigegeben – damals jedoch in deutlich geringerem Ausmaß als jetzt geplant. Die nun beschlossene Freigabe von 400 Millionen Barrel soll die schlimmsten Preisschocks abmildern und die Versorgungssicherheit in den Mitgliedsländern gewährleisten.
