Goldpreis steigt: Deeskalation im Iran-Konflikt beflügelt Edelmetalle
Nach herben Verlusten im März erholt sich Gold dank Signalen eines möglichen US-Rückzugs aus dem Iran-Konflikt.

Der Goldpreis hat am Dienstag im asiatischen Handel zugelegt und profitiert dabei von Berichten über eine mögliche Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der Gold-Spotpreis stieg um 1 Prozent auf 5.556,54 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 0,6 Prozent auf 4.587,01 Dollar anzogen. Trotz dieser Erholung steuert das Edelmetall auf deutliche Monatsverluste im März zu.
Auslöser für die Kursgewinne war ein Bericht des Wall Street Journals, wonach US-Präsident Donald Trump erwägt, die Militäroperationen gegen den Iran zu beenden. Trump soll seinen Beratern mitgeteilt haben, dass er bereit sei, den Einsatz zu stoppen, nachdem die Hauptziele – die Schwächung der iranischen Marine sowie der Raketenkapazitäten – erreicht worden seien. Eine Ausweitung der Mission zur Wiedereröffnung der gesperrten Straße von Hormus lehnte Trump demnach ab, da dies den Konflikt über den ursprünglich geplanten Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen hinaus verlängern würde.
Powell-Aussagen stützen Goldnachfrage
Zusätzlichen Rückenwind erhielt Gold durch Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell. Dieser erklärte, dass die langfristige Inflation trotz kurzfristiger Preisschocks stabil bleibe. Für unverzinsliche Anlagen wie Edelmetalle sind moderate Inflationserwartungen und ein stabiles Zinsniveau in der Regel positiv, da die Opportunitätskosten des Goldhaltens sinken.
Der starke Preisrückgang im März war maßgeblich durch steigende Inflationserwartungen infolge des Iran-Krieges verursacht worden. Höhere Inflationserwartungen hatten Spekulationen auf aggressivere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed befeuert – ein belastendes Umfeld für Edelmetalle.
Silber und Platin ebenfalls im Plus
Auch andere Edelmetalle verzeichneten am Dienstag deutliche Gewinne. Der Silber-Spotpreis kletterte um 2,7 Prozent auf 71,98 US-Dollar pro Unze und zeigte damit die stärkste Erholung im Segment. Platin legte um 0,8 Prozent auf 1.914,85 Dollar zu. Beide Metalle befinden sich jedoch ebenfalls auf dem Weg zu merklichen Monatsverlusten im März.
Für deutsche Anleger bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten ein zentraler Einflussfaktor für die Edelmetallmärkte. Sollte eine tatsächliche Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran eintreten, könnte der Risikoaufschlag bei Gold weiter abschmelzen – während eine erneute Eskalation das Metall als sicheren Hafen wieder stärker in den Fokus rücken würde.
