Goldpreis fällt: Iran-Konflikt und starker Dollar belasten Edelmetall
Gemischte Signale aus den Nuklearverhandlungen zwischen den USA und dem Iran drücken den Goldpreis am Donnerstag deutlich ins Minus.

Der Goldpreis hat am Donnerstag im asiatischen Handel spürbar nachgegeben. Gegen 07:00 Uhr GMT notierte der Spot-Goldpreis um 1,1 Prozent tiefer bei 4.457,06 US-Dollar pro Unze. Die US-Gold-Futures verloren sogar 2,2 Prozent auf 4.485,10 US-Dollar.
Auslöser für den Rückgang sind widersprüchliche Signale im Iran-Konflikt. Der Iran prüft zwar einen US-Vorschlag zur Beendigung der Feindseligkeiten, hat ihn jedoch weder offiziell angenommen noch klar abgelehnt. Direkte Verhandlungen mit Washington hat Teheran öffentlich dementiert, während Washington seinerseits vor schärferen Maßnahmen warnt, sollte sich der Iran nicht konstruktiv zeigen.
Zusätzlichen Druck auf das Edelmetall übt ein fester US-Dollar aus. Der US-Dollar-Index zeigte sich am Donnerstag nach zweitägigen Gewinnen weitgehend stabil – ein starker Dollar macht Gold für internationale Käufer teurer und damit weniger attraktiv.
Volatile Wochen für den Goldmarkt
Das Edelmetall hatte sich zu Beginn der Woche noch erholt und war nach einer deutlichen Korrektur wieder über die Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze geklettert. Gestützt wurde diese Bewegung durch einen vorübergehend schwächeren Dollar und vorsichtigen Optimismus bezüglich der diplomatischen Bemühungen. Die Gewinne blieben jedoch begrenzt.
Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in geopolitisch unsicheren Zeiten. In den vergangenen Wochen zeigte das Metall jedoch ein ungewöhnlich volatiles Verhalten: Trotz eskalierender Spannungen waren die Preise zeitweise stark gefallen – getrieben von Erwartungen längerfristig hoher Zinsen und eines stärkeren US-Dollars. Unverzinste Anlagen wie Gold verlieren in einem Hochzinsumfeld an Attraktivität gegenüber festverzinslichen Alternativen.
Auch steigende Ölpreise spielen eine Rolle. Höhere Rohölpreise schüren Inflationssorgen und erhöhen den Druck auf Zentralbanken, die Zinssätze hoch zu halten – was Gold zusätzlich belastet.
Auch Silber, Platin und Kupfer unter Druck
Der Rückgang betrifft den gesamten Edelmetallsektor. Silber verlor 1,8 Prozent auf 69,97 US-Dollar pro Unze, Platin gab ebenfalls 1,8 Prozent auf 1.897,60 US-Dollar nach. Bei den Industriemetallen sanken die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange um 1,3 Prozent auf 12.177,00 US-Dollar pro Tonne, während US-Kupfer-Futures um 0,5 Prozent auf 5,49 US-Dollar pro Pfund nachgaben.
