Frankreich und Großbritannien planen Kriegsschiff-Eskorten durch Straße von Hormus
Europäische Verteidigungspolitiker treiben Pläne zum Schutz der Schifffahrt durch die strategisch wichtige Meerenge voran.

Frankreich und Großbritannien führen laut der New York Times detaillierte Planungen zur Entsendung von Kriegsschiffen in die Straße von Hormus durch. Die Zeitung beruft sich dabei auf zwei hochrangige europäische Beamte, die über die Gespräche informiert wurden. Die Diskussionen seien bereits weiter fortgeschritten als bisher öffentlich bekannt.
Die Straße von Hormus gilt als eines der wichtigsten Nadelöhre der globalen Energieversorgung. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel werden rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen transportiert. Iranische Drohungen haben die strategische Wasserstraße faktisch für den normalen Schiffsverkehr geschlossen.
Fregatten mit Flugabwehrsystemen geplant
Den Plänen zufolge sollen Fregatten eingesetzt werden, um Öltanker und Handelsschiffe sicher durch die Meerenge zu eskortieren. Die Kriegsschiffe wären mit modernen Flugabwehrsystemen ausgestattet, die iranische Drohnen und Raketen abfangen können. Zusätzlich sollen Demonstrationen militärischer Stärke das Vertrauen von Reedereien und deren Versicherern in eine sichere Passage stärken.
Europäische Staats- und Regierungschefs hatten bereits öffentlich ihre Bereitschaft erklärt, die Schifffahrt nach Kriegsende zu schützen. Die anonymen Beamten bestätigten nun, dass die konkreten Planungen deutlich weiter gediehen sind, als bisher nach außen kommuniziert wurde. US-Präsident Trump hatte Europa zuletzt kritisiert, sich nicht ausreichend an dem Konflikt zu beteiligen.
Für deutsche Anleger und Unternehmen sind die Entwicklungen von besonderer Bedeutung: Eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus würde die globalen Energiepreise weiter unter Druck setzen und Lieferketten empfindlich stören. Die europäische Initiative könnte dazu beitragen, die Stabilität an den Energiemärkten mittelfristig wiederherzustellen.
