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EU-CO2-Preise sollen bis 2027 stark ansteigen

Analysten erwarten Angebotsverknappung und langfristige Entkopplung von Erdgaspreisen

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EU-CO2-Preise sollen bis 2027 stark ansteigen

Analysten erwarten, dass die Preise für CO2-Zertifikate in der EU bis 2027 stark ansteigen werden. Diese Prognose basiert auf politischen Maßnahmen, die das Angebot an CO2-Zertifikaten verknappen sollen, wie eine vierteljährliche Umfrage von Reuters ergab. Für die Jahre 2025 und 2026 blieben die Preiserwartungen hingegen weitgehend unverändert. Das europäische Emissionshandelssystem (ETS) ist das zentrale Instrument der EU, um die Emissionen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen. Hersteller, Energieunternehmen und Fluggesellschaften müssen für das von ihnen ausgestoßene Kohlendioxid CO2-Zertifikate abgeben, die im Rahmen dieses Systems erworben werden.

Laut der Umfrage von neun Analysten wird der durchschnittliche CO2-Preis im Jahr 2027 bei 111,14 Euro pro Tonne liegen, deutlich höher als der aktuelle Preis von 62,50 Euro pro Tonne. Haege Fjellheim, Leiter der Kohlenstoffanalyse bei Veyt, erklärte, dass die Marktteilnehmer zunehmend auf die bevorstehende Verknappung des Angebots achten werden. Insbesondere das Jahr 2027 werde voraussichtlich durch eine starke Angebotsverknappung geprägt sein. Das "Fit for 55"-Rahmenwerk der Europäischen Kommission, das darauf abzielt, die Netto-Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um 55 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken, reduziert das Angebot an frischen Zertifikaten. Gleichzeitig trägt die Marktstabilitätsreserve dazu bei, Überschüsse aus dem Markt zu nehmen.

Für das Jahr 2025 wird ein durchschnittlicher CO2-Preis von 76,88 Euro pro Tonne erwartet, während für 2026 ein Preis von 92,48 Euro prognostiziert wird. Diese Werte sind im Vergleich zu den im Juli veröffentlichten Prognosen nur geringfügig verändert, mit einem Anstieg von 0,2 % für 2025 und einem Rückgang von 1 % für 2026. David Oxley, Chefökonom für Klima und Rohstoffe bei Capital Economics, erklärte, dass der Kohlenstoffpreis kurzfristig weiterhin weitgehend im Einklang mit den Erdgaspreisen in der EU gehandelt werden dürfte. Allerdings werde sich diese Verknüpfung im Laufe der Zeit abschwächen, da der Industriesektor zunehmend die Rolle des Haupteintragers von Emissionen übernimmt.

Die europäischen Erdgaspreise schwankten in den letzten Wochen innerhalb einer engen Spanne, da Marktteilnehmer besorgt über eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und mögliche Lieferunterbrechungen sind.

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