Türkei verhängt Strafzölle auf Stahlimporte aus Asien und Russland
Maßnahme soll inländische Produzenten vor Dumping schützen und Kapazitätsauslastung erhöhen

Die Türkei hat Antidumpingzölle auf bestimmte Stahlimporte aus China, Russland, Indien und Japan verhängt. Dies geht aus einer Bekanntmachung im Amtsblatt der Regierung hervor. Die höchsten Zölle betreffen Importe aus China, was zu einem Anstieg der Aktienkurse türkischer Flachstahlproduzenten geführt hat. Die Maßnahme betrifft rund 4 Millionen Tonnen Stahlimporte mit einem geschätzten Wert von 2 bis 2,2 Milliarden US-Dollar, wie der Generalsekretär des türkischen Stahlproduzentenverbands (TCUD), Veysel Yayan, gegenüber Reuters erklärte.
Die Zölle liegen zwischen 6,10 % und 43,31 % des CIF-Preises (Kosten, Versicherung und Fracht) und sollen unfaire Konkurrenz durch Billigimporte verhindern, die von inländischen Produzenten kritisiert wurden. Die Entscheidung fällt in eine Zeit wachsender Handelskonflikte zwischen China und der Europäischen Union, insbesondere im Hinblick auf Zölle auf Elektrofahrzeuge und andere Waren. Zuvor hatte China eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation eingereicht, um gegen Einfuhrzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge in die Türkei vorzugehen.
Eine Untersuchung der Importe von warmgewalztem Stahl, die nach Beschwerden inländischer Produzenten eingeleitet wurde, ergab, dass das mutmaßliche Dumping die heimische Produktion bedrohte. Nach der Bekanntmachung stiegen die Aktienkurse des türkischen Stahlproduzenten Erdemir um bis zu 2,48 % und lagen zuletzt bei einem Plus von 2,11 %. Auch Isdemir verzeichnete einen Anstieg von 2,2 %. Laut der Einschätzung des Maklerunternehmens Deniz Yatirim wird diese Entwicklung positiv für Produzenten von warmgewalztem Flachstahl, insbesondere für Isdemir und Erdemir, gesehen und könnte das Marktvertrauen in andere Branchen stärken.
Yayan äußerte die Erwartung, dass die Auslastungskapazitäten der heimischen Stahlproduzenten nach der Einführung der Antidumpingzölle steigen werden. Die Zölle auf Importe aus China liegen zwischen 15 % und 43 %, während die auf Importe aus Russland, Indien und Japan zwischen 6 % und 9 % betragen. Die Entscheidung der türkischen Regierung zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Stahlindustrie zu sichern und möglichen Schaden durch Dumping zu verhindern.
