Freeport verschiebt Kupferverkäufe aus Indonesien auf 2025
Produktionsverzögerungen nach Brand in neuer Schmelzanlage erschweren geplante Markterholung

Der US-amerikanische Kupferproduzent Freeport-McMoRan wird den Verkauf von raffiniertem Kupfer aus Indonesien auf das zweite Quartal 2025 verschieben. Ursache hierfür ist ein Brand in einer neuen Schmelzanlage, was zu weiteren Produktionsverzögerungen führt. Dies berichteten zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die neue Manyar-Schmelzanlage, die eine Produktionskapazität von 480.000 Tonnen Kupferkathoden pro Jahr aufweist, hatte bereits zuvor mit langen Verzögerungen zu kämpfen. Derzeit wird erwartet, dass diese Verzögerungen das prognostizierte Kupferüberschussangebot für 2025 verringern und somit die Preise stützen könnten.
Freeport-McMoRan teilte am Dienstag mit, dass derzeit die Ursache des Feuers in einer Schwefelsäureeinheit der Manyar-Anlage, die in der Provinz Ostjava liegt, untersucht werde. Der Brand, der am Montag ausgebrochen war, konnte spät am selben Tag gelöscht werden. Die Tochtergesellschaft des Unternehmens, PT Freeport Indonesia (PTFI), die die Anlage betreibt, führt derzeit Schadensbewertungen und Ursachenanalysen durch. Zudem wird geprüft, wie sich dieses Ereignis auf die geplante Hochstufung zur vollen Produktionskapazität auswirken könnte.
Die Manyar-Schmelzanlage, deren Bau 3,7 Milliarden US-Dollar kostete, wurde im Juni 2024 fertiggestellt und begann im September mit der Produktion. Die Produktion musste jedoch aufgrund von Wasser- und Dampflecks während einer Testphase bis November verschoben werden. Laut den Quellen steht Freeport auch in Gesprächen mit der indonesischen Regierung, um eine Verlängerung der Exportlizenz für Kupferkonzentrate zu erwirken, die Ende 2024 ausläuft. Eine Verlängerung dieser Lizenz bis ins erste Quartal 2025 wird angestrebt.
Ein langsamer Produktionsanlauf in Manyar könnte zu einem geringeren Verbrauch von Kupferkonzentrat führen, das normalerweise als Rohstoff in der Anlage genutzt wird. Dies könnte auch zur Freisetzung von Kupfer führen, das aus Freeports Vorzeigemine Grasberg stammt. Grasberg ist die zweitgrößte Kupfer-Gold-Mine der Welt und liegt ebenfalls in Indonesien. Die indonesische Regierung versucht, den Export von Kupfererz und -konzentraten zu reduzieren, um mehr Metall im Inland zu schmelzen, was einen Mehrwert schaffen und die Staatseinnahmen erhöhen soll.
