ANZEIGE

Chinas steigende LNG-Importe ohne langfristige Perspektive

Trotz Rekordwerten bleibt Gas im Energiemix hinter erneuerbaren Quellen zurück

2 Min
Chinas steigende LNG-Importe ohne langfristige Perspektive

China hat in diesem Jahr seine Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG) auf das höchste Niveau seit 2021 gesteigert und die gasbefeuerte Stromerzeugung auf Rekordhöhen getrieben. Auf den ersten Blick könnte dies den Eindruck erwecken, dass das Land zunehmend auf Erdgas zur Stromerzeugung setzt und weitere Steigerungen bei den Gasimporten und -verbräuchen bevorstehen. Eine genauere Betrachtung der Stromerzeugungstrends zeigt jedoch, dass Erdgas nur eine geringe Rolle im Energiemix spielt, während erneuerbare Energien und andere saubere Energiequellen weitaus dominanter sind.

Obwohl die Stromproduktion aus gasbefeuerten Kraftwerken in den ersten acht Monaten des Jahres 2024 auf ein Rekordniveau von 188 Terawattstunden (TWh) gestiegen ist, betrug der Anteil von Erdgas an der gesamten Stromerzeugung lediglich 2,8 %. Dies markiert den niedrigsten Wert seit sieben Jahren, was darauf hindeutet, dass andere Energiequellen von den Stromerzeugern bevorzugt werden. Nur Bioenergieanlagen haben einen noch geringeren Anteil an der nationalen Stromversorgung. Im Vergleich dazu ist die Produktion aus Solar-, Wind- und Wasserkraftwerken mindestens dreimal so hoch wie die aus gasbefeuerten Anlagen.

Trotz eines Anstiegs der LNG-Importe um fast 15 % im Vergleich zum Vorjahr ist die Stromerzeugung aus importiertem LNG etwa 30 bis 40 US-Dollar teurer pro Megawattstunde als die aus Kohle. Dies hat dazu geführt, dass Industrieunternehmen, die noch Kohlekessel verwenden können, diese bevorzugen. Nur jene Unternehmen, die bereits auf Gas umgestellt haben, nutzen es weiterhin. Wenn die Industrie insgesamt eine stärkere Nachfrage verzeichnet, könnten die LNG-Importe weiter steigen. Solange die Preise für LNG jedoch hoch bleiben und die chinesische Wirtschaft schwächelt, ist ein breiterer Umstieg auf Gas unwahrscheinlich.

Auch im Bereich der Stromerzeugung dürften die Aussichten für Erdgas begrenzt bleiben. Seit 2018 hat China die Stromerzeugung aus Solar- und Windkraft um 378 % bzw. 163 % gesteigert, während die gasbefeuerte Stromerzeugung nur um 36 % zugenommen hat. Erneuerbare Energien haben deutlich mehr Kapazitäten hinzugewonnen als Gas, und der Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen schreitet weiter voran. Angesichts der Klimaziele Chinas, bis 2060 klimaneutral zu werden, wird erwartet, dass der Anteil der sauberen Energiequellen weiterhin steigt und fossile Brennstoffe, einschließlich Erdgas, nur eine begrenzte Rolle spielen werden.

ErdgasLNGImportEnergie

Meistgelesene News

  1. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  2. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  3. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  4. Geheimmission auf dem Bosporus: Schattenflotte-Tanker mit russischem Öl unterwegs
  5. Millennium Silver leitet Drohnenvermessung bei Nevada-Silberprojekt ein

Disclaimer