Japan verstärkt LNG-Notfallkäufe deutlich
Erhöhung der Reserven soll Versorgungsengpässe und Energiesicherheit absichern

Japan plant, seine Einkäufe von Flüssigerdgas (LNG) für Notfälle deutlich zu erhöhen. Ein Beamter des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) erklärte, dass das Land von derzeit drei auf mindestens zwölf LNG-Lieferungen pro Jahr aufstocken möchte. Ziel ist es, unvorhersehbare Versorgungsengpässe besser abfedern zu können. Durch diese Erweiterung würde Japans jährlicher LNG-Bestand von aktuell 0,21 Millionen Tonnen auf fast 0,84 Millionen Tonnen ansteigen.
Die zusätzliche Beschaffung erfolgt in einer Phase, in der die heimische Nachfrage nach LNG rückläufig ist. Japan, nach China der weltweit zweitgrößte LNG-Käufer, nutzt jedoch überschüssige Lieferungen aus Zeiten schwacher Nachfrage für den internationalen Handel. Seit Dezember letzten Jahres hat Japans größter Stromerzeuger JERA drei LNG-Lieferungen erworben, um die sogenannte „Strategic Buffer LNG“ (SBL) zu ergänzen, die vom METI verwaltet wird. Für diesen Winter plant JERA, weiterhin eine Lieferung von 70.000 Tonnen LNG pro Monat von Dezember bis Februar zu kaufen.
Ab Mitte der 2020er Jahre soll die Anzahl der monatlichen Lieferungen auf mindestens eine pro Monat ausgeweitet werden, was zu einem Jahresvolumen von zwölf Lieferungen führen würde. JERA, Japans führender LNG-Abnehmer, wird diese Lieferungen weiterhin für die Reserve beschaffen. Diese strategische Reserve soll dazu dienen, Versorgungsengpässe zu vermeiden, die beispielsweise durch militärische Konflikte oder das Abschalten von Kernkraftwerken entstehen könnten.
Australien bleibt Japans größter Lieferant von LNG. Gleichzeitig decken Länder aus dem Nahen Osten, wie Katar und Oman, etwa 14 Prozent des monatlichen Bedarfs, während Russland etwa zehn Prozent beisteuert. Trotz fehlender unterirdischer Gasspeicher verfügt Japan über eine LNG-Lagerkapazität von rund 12 Milliarden Kubikmetern, was etwa einem Monatsverbrauch entspricht. Diese Kapazität ist auf über 30 LNG-Empfangsterminals im Land verteilt.
Um die Speicherfähigkeiten weiter auszubauen, schlug METI kürzlich finanzielle Unterstützung für Unternehmen vor, die Lagertanks im In- und Ausland sichern. Diese Initiative ist unabhängig von der SBL, verfolgt jedoch ebenfalls das Ziel, die Energiesicherheit des Landes zu stärken. Flüssigerdgas spielt eine bedeutende Rolle im Energiemix Japans und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich als Übergangsenergiequelle erhalten bleiben. Auch haben japanische Unternehmen kürzlich LNG-Tauschgeschäfte ausgeweitet, um flexibler auf Marktschwankungen reagieren zu können.
