Schwimmende LNG-Terminals starten in Norddeutschland
Inbetriebnahme vor dem Winter sichert Gasversorgung und Pufferkapazität

In Norddeutschland sollen noch vor Winterbeginn zwei neue schwimmende Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) in Stade und Wilhelmshaven den Betrieb aufnehmen. Diese Informationen wurden von einem Sprecher der Deutschen Energy Terminal (DET) bekannt gegeben. Konkrete Zeitpunkte für die Inbetriebnahme wurden nicht genannt, jedoch befinden sich beide Terminals derzeit noch in der Abschlussphase der Bauarbeiten.
Ursprünglich war die Inbetriebnahme für die erste Jahreshälfte 2024 vorgesehen, doch aufgrund von Zulieferproblemen verzögerte sich der Start. Die Det-Sprecherin bestätigte, dass in Wilhelmshaven am Inselanleger, der an einem Anleger ohne feste Landverbindung entsteht, mit Hochdruck an den letzten Arbeiten gearbeitet wird. Aktuell werden die Verbindungen zwischen den Dalben sowie die Daten- und Stromversorgung fertiggestellt.
Das Terminalschiff „Energos Force“ ist seit Mitte März im Industriehafen von Stade stationiert. Seit der Anlandung wurden zusätzliche Arbeiten an der Suprastruktur durchgeführt, insbesondere an den Verladearmen und den folgenden Leitungs- und Kontrollsystemen. Vor der offiziellen Abnahme und Inbetriebnahme des Terminals müssen diese Arbeiten dokumentiert werden.
Die Bundesregierung hat den Aufbau von LNG-Terminals an Nord- und Ostsee nach dem russischen Übergriff auf die Ukraine beschleunigt, um die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu verringern. In Deutschland sind bereits mehrere schwimmende Terminals in Betrieb, darunter in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Mukran auf Rügen. Langfristig ist geplant, die schwimmenden Terminals durch feste Landstationen zu ersetzen.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck äußerte sich positiv über die Gasversorgungssituation in Deutschland und berichtete von gut gefüllten Gasspeichern für den kommenden Winter. Zudem bieten die LNG-Terminals eine Puffer-Kapazität. Kritiker wie die Deutsche Umwelthilfe fordern jedoch, dass die Bundesregierung die Alarmstufe des Notfallplans Gas zurücknimmt und auf die Frühwarnstufe reduziert, was bedeuten würde, dass kein Bedarf für den weiteren Bau neuer LNG-Terminals bestehe.
