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Schließung von Britanniens letztem Kohlekraftwerk

US-LNG-Exporteure profitieren von steigender britischer Gasnachfrage

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Schließung von Britanniens letztem Kohlekraftwerk

Die Abschaltung des letzten Kohlekraftwerks im Vereinigten Königreich bietet laut Analysten positive Perspektiven für US-Exporteure von verflüssigtem Erdgas (LNG). Durch die Stilllegung des 2.000 Megawatt (MW) starken Kohlekraftwerks in Nottinghamshire ist das Vereinigte Königreich das erste G7-Land, das die kohlebetriebene Stromproduktion vollständig einstellt. Diese Maßnahme trägt erheblich zur Energiewende und zur Verringerung der Umweltverschmutzung bei. Gleichzeitig steigt jedoch die Bedeutung von Erdgas als Hauptenergiequelle im Land, was einen Anstieg der Gasimporte in den kommenden Jahren erwarten lässt. Besonders LNG-Exporteure in den USA dürften von dieser Entwicklung profitieren, da sie zu den weltweit größten Lieferanten des verflüssigten Gases zählen und bereits einen wachsenden Absatzmarkt in Europa verzeichnen.

Die britische Gasnachfrage hat die inländische Produktion bereits seit 20 Jahren übertroffen. Im Jahr 2023 lag das Gasdefizit des Landes bei über 29 Milliarden Kubikmetern, was in etwa der jährlichen Gasproduktion Kasachstans entspricht. Norwegen lieferte den Großteil der britischen Gasimporte und machte 2023 etwa 41 % der gesamten Gasimporte des Landes aus. Dennoch haben begrenzte Pipeline-Kapazitäten und das Bestreben, die Energiesicherheit zu erhöhen, zu einem deutlichen Anstieg der LNG-Importe geführt. Zwischen 2018 und 2023 stiegen die britischen LNG-Importe um 171 %, von 7,2 auf 19,4 Milliarden Kubikmeter, und erreichten damit das zweithöchste Volumen in Europa, nur übertroffen von Frankreich.

Die steigende Nachfrage nach LNG im Vereinigten Königreich kam für US-Exporteure zur richtigen Zeit, da sie nach neuen Absatzmärkten außerhalb Asiens suchten. In den Jahren 2008 bis 2018 wurden etwa 64 % der US-LNG-Exporte nach Asien verschifft, insbesondere nach Japan, China und Südkorea. Diese Länder gelten als langfristige Wachstumsmärkte für Erdgas, aber die längeren Lieferzeiten stellen US-Exporteure gegenüber Konkurrenten wie Australien und Katar vor Herausforderungen. Eine Lieferung von der US-Ostküste nach Südchina dauert etwa 35 Tage, verglichen mit 10 Tagen aus Australien und 18 Tagen aus Katar. Für europäische Ziele, wie das Vereinigte Königreich, verkürzt sich die Transportzeit jedoch erheblich: von der US-Ostküste zum LNG-Importterminal Grain in Großbritannien sind es lediglich etwa 11 Tage, im Vergleich zu 20 Tagen aus Katar.

Im Jahr 2022 und 2023 stiegen die LNG-Exporte aus den USA nach Europa, nachdem die europäischen Energiemärkte durch den Krieg in der Ukraine unter Druck geraten waren. Die Lieferungen verdoppelten sich auf ein Rekordniveau von 52,5 Millionen Tonnen im Jahr 2022 und stiegen 2023 um weitere 8 %. Allerdings sind die US-LNG-Exporte nach Europa im Jahr 2024 um etwa 22 % zurückgegangen, wobei die Lieferungen ins Vereinigte Königreich um 60 % abnahmen. Trotzdem konnte ein Anstieg der Exporte nach Asien diesen Rückgang kompensieren. US-LNG-Exporteure hoffen nun auf eine Erholung der britischen Nachfrage, um nach der Abschaltung des Kohlekraftwerks eventuelle Versorgungsengpässe zu vermeiden und ein weiteres Wachstum auf einem der profitabelsten LNG-Handelswege zu sichern.

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