71 Millionen Pfund: London investiert in riesiges Wolfram-Vorkommen Hemerdon
Der britische National Wealth Fund steckt bis zu 71 Millionen Pfund in die Wiederinbetriebnahme der Wolfram-Mine Hemerdon. Das Aim-notierte Unternehmen Tungsten West will damit im dritten Quartal die Produktion aufnehmen und sichert 350 direkte sowie 2.40

Die britische Regierung hat über den National Wealth Fund (NWF) zugesagt, bis zu 71 Millionen Pfund in die Reaktivierung des traditionsreichen Wolframbergwerks Hemerdon zu stecken. Das an der Aim gelistete Unternehmen Tungsten West betreibt die Mine in der Grafschaft Devon, die zu den ergiebigsten Wolframlagerstätten weltweit zählt. Die bereitgestellten Mittel sollen den Produktionsstart im dritten Quartal des laufenden Jahres ermöglichen.
Tungsten West hat im Zuge seiner Wiederinbetriebnahmepläne bereits Wolfram- und Zinnkonzentrat am Standort Hemerdon gewonnen. Aktuell laufen die finalen Prüfungsprozesse, um die Förderung termingerecht anlaufen zu lassen. Mit dieser Beteiligung positioniert sich die britische Regierung als zentraler langfristiger Partner an einem der strategisch bedeutendsten Projekte für kritische Rohstoffe im gesamten Königreich.
Hohe strategische Relevanz für das Vereinigte Königreich
Die Kooperation sichert der britischen Regierung das Recht zu, bis zu 50 Prozent der Wolframproduktion aus der Machbarkeitsstudie 2025 zu verhandeln und zu beziehen. Wolfram gilt als unverzichtbar für Verteidigungstechnik, Luft- und Raumfahrt, hochmoderne Fertigungsprozesse sowie Energietechnologien der nächsten Generation. Das Schwermetall ist damit von zentraler Bedeutung für die industriellen und sicherheitspolitischen Interessen Großbritanniens.
Verteidigungsminister John Healey kommentierte den Deal mit klaren Worten: „Wir bewegen uns in einer zunehmend bedrohlichen Lage, weshalb die Stärkung der britischen Industrie dringlicher ist denn je. Genau hier setzt dieses Abkommen an. Wir erschließen eines der größten Wolframvorkommen der Erde direkt im Vereinigten Königreich.“ Die Investition werde essenzielle Rohstoffe an britische Unternehmen aus Verteidigung, Energie und Luftfahrt liefern und hochwertige Arbeitsplätze im Land sichern.
350 direkte Stellen und 2.400 weitere Jobs
Durch die Wiederaufnahme des Bergbaubetriebs in Hemerdon fördert Tungsten West das nachhaltige Wirtschaftswachstum im Südwesten Englands. Das Unternehmen schafft 350 direkte Arbeitsplätze und erhält weitere 2.400 Stellen in der vorgelagerten Lieferkette. Der britische Handels- und Wirtschaftsstaatssekretär Jonathan Reynolds bezeichnete die Investition des National Wealth Fund als starkes Vertrauenssignal für den Sektor kritischer Rohstoffe im Vereinigten Königreich.
Reynolds ergänzte, dies sei ein weiterer Baustein im Reindustrialisierungsplan des Premierministers. „Das ist unsere Strategie für kritische Mineralien in der Praxis: Wir intensivieren unser Engagement bei Vorhaben wie dem von Tungsten West, um unsere wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, Lieferketten abzusichern und nachhaltiges Wachstum im Südwesten sowie im gesamten Königreich voranzutreiben“, so seine Aussage.
Einzelheiten des Investitionspakets
Im Rahmen der Vereinbarung beteiligt sich die britische Regierung mit einer Eigenkapitalinvestition von 36 Millionen Pfund an Tungsten West. Dafür erwirbt sie 100 Millionen neue Stammaktien zu einem Preis von jeweils 0,36 Pfund, sodass der National Wealth Fund einen Anteil von 7,42 Prozent am Unternehmen hält. Anschließend gewährt der Fonds eine Fremdkapitalfinanzierung über 25 Millionen Pfund sowie eine nicht bindende Akkordeon-Fazilität im Volumen von 10 Millionen Pfund.
Der National Wealth Fund erhält zudem das Recht, ein nicht geschäftsführendes Vorstandsmitglied in den Verwaltungsrat von Tungsten West zu entsenden. Parallel dazu teilt Tungsten West mit, dass die Verhandlungen über wesentliche Offtake-Vereinbarungen mit einem großen nachgelagerten Wolframraffinerieunternehmen bereits weit vorangeschritten sind.
CEO spricht von Weltklasse-Lagerstätte
Tungsten West CEO Jeff Courta bestätigte, dass der Bergbau in Hemerdon eine erstklassige, kosteneffiziente und langfristig angelegte Wolfram- und Zinnressource im Vereinigten Königreich darstellt. „Es liegt uns am Herzen, britische Bedarfe an diesem kritischen Metall vorrangig zu decken, um die Inlandsnachfrage zu bedienen – einschließlich strategischer Vorhaben in Verteidigung und Energietechnologien der nächsten Generation“, erläuterte er.
Courta betonte abschließend: „Mit der Unterstützung der britischen Regierung gewährleisten wir, dass die in Hemerdon geförderten kritischen Mineralien die nationalen Interessen des Vereinigten Königreichs nachhaltig untermauern.“
