Zwei Sinochem-Raffinerien in Shandong insolvent
Gläubiger einigen sich nicht auf Umstrukturierung, Produktion stark beeinträchtigt

Ein chinesisches Gericht hat entschieden, dass zwei Raffinerien des staatlichen Öl- und Chemiekonzerns Sinochem für insolvent erklärt werden, nachdem die Gläubiger keine Einigung über die Umstrukturierungspläne erzielen konnten. Dies geht aus Gerichtsdokumenten hervor. Die betroffenen Raffinerien sind die Shandong Huaxing Petrochemical Group und die Zhenghe Group Co. Ltd. Laut zwei separaten Urteilen des Dongying-Gerichts in der Provinz Shandong vom 14. September wurde die Insolvenz dieser beiden Unternehmen festgestellt und die Reorganisationsverfahren beendet.
Sinochem selbst hat auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme bisher nicht reagiert. Beide Raffinerien befinden sich in der Provinz Shandong, die als Zentrum für kleinere unabhängige Raffinerien, sogenannte „Teapots“, bekannt ist. Zusammen haben diese beiden Raffinerien eine Rohölverarbeitungskapazität von 220.000 Barrel pro Tag. Bereits im Juli hatte Reuters berichtet, dass Sinochem zwei von seinen drei Raffinerien in Shandong – Zhenghe und Changyi – wegen der hohen Rohölpreise und der schwachen Nachfrage auf dem chinesischen Markt für verarbeitete Kraftstoffe für eine unbestimmte Zeit stillgelegt hatte.
Laut einem Bericht von Bloomberg vom Dienstag plant die Changyi-Raffinerie, noch in diesem Monat mit ihren Gläubigern zu verhandeln. Insgesamt haben die drei Raffinerien von Sinochem eine Verarbeitungskapazität von 380.000 Barrel pro Tag, was etwa 3 % der nationalen Raffinerieproduktion entspricht.
Die Raffinerien in der Provinz Shandong operierten im August durchschnittlich mit 56,4 % ihrer Kapazität. Dies stellt einen Anstieg um 2,2 Prozentpunkte im Vergleich zum Juli dar, liegt jedoch immer noch 10 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. Grund dafür sind geringe Verarbeitungsspannen und eine schwache Nachfrage nach Kraftstoffen, wie die lokale Beratungsfirma Sublime China Information berichtet.
