Nippon Steel und U.S. Steel verteidigen Fusion
Biden und politische Gegner blockieren milliardenschweren Zusammenschluss wegen Sicherheitsbedenken

Nippon Steel und U.S. Steel haben am Sonntag einen Brief an den US-Präsidenten Joe Biden geschickt, um ihre geplante Fusion im Wert von 15 Milliarden Dollar zu verteidigen. Dies teilte ein Sprecher des japanischen Stahlherstellers mit. Hintergrund des Schreibens ist die Berichterstattung darüber, dass Biden plant, das Geschäft zu blockieren. Genaue Details zum Inhalt des Briefes wurden nicht bekannt gegeben. Es wurde jedoch bestätigt, dass das Schreiben von Nippon Steel CEO Eiji Hashimoto und dem CEO von U.S. Steel, David Burritt, sowie weiteren Führungskräften unterzeichnet wurde.
Eine Stellungnahme von U.S. Steel lag zunächst nicht vor, da das Unternehmen außerhalb der US-Geschäftszeiten nicht erreichbar war. Auch die US-Botschaft in Japan äußerte sich nicht zu dem Thema. Nippon Steel, der größte Stahlhersteller Japans, verfolgt weiterhin das Ziel, U.S. Steel, ein 123 Jahre altes Unternehmen, zu übernehmen, trotz des Widerstands seitens der US-Regierung, der United Steel Workers-Gewerkschaft und einiger Kongressmitglieder. Der Deal unterliegt derzeit einer Überprüfung im Rahmen der nationalen Sicherheitsvorschriften der USA.
Sowohl der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump als auch die demokratische Kandidatin Kamala Harris haben ihre Ablehnung des Deals zum Ausdruck gebracht. Beide kämpfen um den Sieg im wichtigen Swing-Staat Pennsylvania, in dem U.S. Steel seinen Hauptsitz hat. Der Ausschuss für ausländische Investitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) hat in einem Brief vom 31. August darauf hingewiesen, dass die Fusion Sicherheitsrisiken für die USA darstellen könnte, da sie die Stahlversorgung für wichtige Sektoren wie Transport, Infrastruktur und Landwirtschaft gefährden könnte.
Ein hochrangiger Manager von Nippon Steel und der CEO von U.S. Steel haben sich am Mittwoch mit US-Regierungsvertretern getroffen, um das Geschäft zu retten. Das Ergebnis dieses Treffens blieb jedoch unklar. Am selben Tag äußerten sowohl die Japan Business Federation als auch mehrere US-Wirtschaftsverbände in einem Brief an Finanzministerin Janet Yellen Bedenken, dass die nationale Sicherheitsüberprüfung der Fusion durch politischen Druck beeinflusst werde.
Japans Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Ken Saito, weigerte sich, die Fusion direkt zu kommentieren, um nicht in innere Angelegenheiten der USA einzugreifen. Er betonte jedoch, dass es äußerst wichtig sei, dass japanische und US-amerikanische Unternehmen weiterhin miteinander Geschäfte machen. Die wachsende Zahl von Fusionen und Übernahmen trage entscheidend zur starken wirtschaftlichen Beziehung zwischen beiden Nationen bei.
