Zukunft der ukrainischen Stahlindustrie ungewiss
Drohender Verlust einer Kokskohlemine gefährdet Produktionssteigerung und wirtschaftliche Stabilität

Die Ukraine hat ihre Stahlproduktion im Jahr 2024 bislang um 23,1 % auf 7 Millionen Tonnen gesteigert. Diese Zahlen gehen aus einem Bericht des nationalen Stahlproduzentenverbands hervor. Trotz des Anstiegs bleibt die Zukunft der Branche ungewiss, da der Verlust einer wichtigen Kokskohlemine droht. Die Mine befindet sich in Pokrowsk, einer Stadt im Osten des Landes, die zunehmend unter Druck durch russische Truppen gerät. Laut einem militärischen Analysten sind russische Einheiten bis auf weniger als sieben Kilometer an den Stadtrand herangerückt. Die Mine selbst liegt zehn Kilometer westlich der Stadt, in entgegengesetzter Richtung zum Vormarsch der russischen Streitkräfte.
Die Stahlproduktion in der Ukraine hat seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar 2022 erheblich gelitten. Vor dem Krieg war das Land ein bedeutender Produzent und Exporteur von Stahl. Der Konflikt führte zur Zerstörung führender Stahlwerke, was die Produktionskapazitäten massiv einschränkte. Im Zeitraum von Januar bis November 2024 stieg die Produktion von Walzstahl um 18 % auf 5,7 Millionen Tonnen, während die Herstellung von Roheisen um 19,8 % auf 6,5 Millionen Tonnen zunahm.
Die Möglichkeit, die Mine in Pokrowsk zu verlieren, könnte jedoch schwerwiegende Folgen haben. Der Stahlproduzentenverband warnte, dass die Produktion im kommenden Jahr auf 2 bis 3 Millionen Tonnen sinken könnte, falls die Mine geschlossen werden muss. Ursprünglich war für 2024 eine Gesamtproduktion von 7,5 Millionen Tonnen erwartet worden. Der Verband hofft, dass alternative Quellen für Kokskohle innerhalb der Ukraine gefunden werden können. Sollte dies nicht ausreichen, wären Importe notwendig, was jedoch die Produktionskosten erheblich steigern würde.
Im Jahr 2022 ging die Stahlproduktion der Ukraine um 70,7 % auf 6,3 Millionen Tonnen zurück. Im darauffolgenden Jahr lag die Produktion bei 6 Millionen Tonnen, was die Herausforderungen verdeutlicht, mit denen die Branche seit Beginn des Konflikts konfrontiert ist. Trotz der jüngsten Produktionssteigerung bleibt der Druck durch den anhaltenden Krieg ein bedeutendes Hindernis für eine nachhaltige Erholung der Stahlindustrie.
