Irak steigert Heizölexporte auf Rekordniveau
Höhere Produktion und sinkende Nachfrage treiben globale Versorgung an

Iraks Export von Heizöl steuert auf ein Rekordjahr zu, nachdem die Ausfuhren im Oktober signifikant angestiegen sind. Dies geht aus Angaben von Branchenexperten und Daten zur Schiffsverfolgung hervor. Der Anstieg der Exporte wurde durch eine sinkende inländische Nachfrage und eine erhöhte Produktion begünstigt. Trotz stagnierender Rohölexporte aufgrund von Förderquoten, die von der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und ihren Verbündeten festgelegt wurden, tragen die höheren Heizölexporte dazu bei, die Einnahmen des zweitgrößten OPEC-Ölproduzenten zu stützen.
Den Berechnungen von Kpler und LSEG zufolge dürften die Exporte 2024 die Marke von 18 Millionen Tonnen überschreiten, was einem Jahresrekord entspricht. Im Vergleich dazu wurden im Vorjahr mehr als 14 Millionen Tonnen exportiert. Die monatlichen Ausfuhren erreichten im Oktober mit über 2,15 Millionen Tonnen einen Höchststand, während die inländische Nachfrage um etwa 100.000 Barrel pro Tag zurückging.
Die Produktion in der Karbala-Raffinerie, die eine Kapazität von 140.000 Barrel pro Tag aufweist, trug ebenfalls zur Steigerung der Exporte bei. Laut Branchenanalysten wird die künftige Exportmenge auch davon abhängen, ob die Raffinerie ihre sekundären Verarbeitungseinheiten mit voller Kapazität betreibt. Analysten erwarten, dass die Heizölexporte im November weiterhin über 2 Millionen Tonnen bleiben könnten, wobei jedoch ein Rückgang im Laufe des Winters möglich ist, da Irak Vorräte für die Heizperiode anlegt.
Iraks Heizöl, das hauptsächlich schwefelhaltig und direkt aus Rohöl gewonnen wird, wird vor allem in Raffinerien in Singapur und Indien weiterverarbeitet. Diese Erzeugnisse können in höherwertige Produkte wie Diesel umgewandelt werden. Der Anstieg der irakischen Exporte trägt dazu bei, das globale Angebot zu erhöhen und die hohen Preise in Asien zu senken. Zudem werden die Kosten für Raffinerien durch das größere Angebot reduziert.
Die Marktbeobachter heben hervor, dass die Margen für die Herstellung von Heizöl in Asien zuletzt auf die engsten Spannen der letzten zwei Jahre gefallen sind. Die aktuellen Preisabschläge haben sich jedoch aufgrund der erwarteten Liefermengen aus dem Nahen Osten und anderen Regionen wieder ausgeweitet.
Irak hat in den letzten Monaten die Rohölexporte reduziert, um Überproduktionen im Rahmen der OPEC+-Quoten auszugleichen. Stattdessen wird mehr Rohöl in Raffinerien verarbeitet. Diese Strategie wird voraussichtlich beibehalten, während die Exporte von Heizöl saisonalen Schwankungen unterliegen könnten.
