Neue Aluminiumoxid-Kapazitäten bremsen Rekordpreisrallye
Produktionsausweitungen und Prognosen deuten auf Marktentspannung im Jahr 2025 hin

Neue Kapazitäten zur Umwandlung von Bauxit in Aluminiumoxid, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen sollen, könnten die derzeitige Knappheit auf dem Markt entschärfen und eine Rekordpreisrallye beenden. Aluminiumoxid, ein zentraler Rohstoff zur Herstellung von Aluminium, hat in diesem Jahr weltweit einen beispiellosen Preisanstieg erlebt. In China, dem größten Produzenten und Verbraucher, haben die gestiegenen Preise dazu geführt, dass das Land erstmals vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur wurde.
Störungen in der Bauxitversorgung aus Guinea und Brasilien sowie Produktionsunterbrechungen in Australien haben die Aluminiumoxidpreise um 70 % auf ein Rekordniveau von 5.645 Yuan pro Tonne an der Shanghai Futures Exchange ansteigen lassen. Auch die Aluminiumpreise sind um etwa 7 % gestiegen. Trotz der hohen Preise zeigt sich die Industrie optimistisch. Neue Raffineriekapazitäten in Indonesien und Indien sollen den Markt entlasten und die Produktion steigern.
Weltweit lag die Aluminiumoxidproduktion im vergangenen Jahr laut dem U.S. Geological Survey bei 140 Millionen Tonnen, unverändert gegenüber dem Vorjahr. China plant, im nächsten Jahr über 13 Millionen Tonnen neuer Kapazitäten in Betrieb zu nehmen. In Indien will Vedanta bis 2026 eine Anlage mit einer Jahreskapazität von sechs Millionen Tonnen bauen. In Guinea plant Emirates Global Aluminium den Bau einer Raffinerie mit zwei Millionen Tonnen Kapazität, deren Inbetriebnahme für September 2026 vorgesehen ist. Indonesien verfolgt ähnliche Pläne zur Verdopplung seiner Kapazitäten, jedoch ohne festgelegten Zeitrahmen.
In China wird die aktuelle Produktionskapazität von 102,7 Millionen Tonnen zu 83,6 % genutzt. Analysten beobachten eine starke Bereitschaft der Produzenten, ihre Kapazitäten aufgrund hoher Gewinnmargen maximal auszuschöpfen. Allerdings könnte eine langfristige Winterverschmutzung die Produktion beeinträchtigen und die Knappheit verschärfen. Trotz dieser Unsicherheiten wird für 2025 ein deutlicher Überschuss erwartet. Prognosen zufolge könnte der Aluminiumoxidpreis auf 3.600 bis 4.000 Yuan pro Tonne fallen.
Die Defizite des aktuellen Jahres sind auf verschiedene Störungen zurückzuführen. In Australien hat Alcoa eine Raffinerie mit einer Kapazität von 2,19 Millionen Tonnen stillgelegt, während Rio Tinto in Queensland wegen höherer Gewalt die Produktion einschränkte. Überschwemmungen in Guinea und Exportstopps durch lokale Behörden haben die Lage weiter verschärft. Experten erwarten, dass einige dieser Kapazitäten erst 2024 wieder vollständig verfügbar sein werden, was die Märkte weiterhin in Unsicherheit hält.
