US-Rohöl-Futures erstmals seit 2022 wieder über 100 Dollar
WTI-Futures schließen bei 102,88 Dollar – Straße von Hormus als Haupttreiber des Preisanstiegs.

Die US-amerikanischen Rohöl-Futures (WTI) haben am Montag erstmals seit 2022 wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar überschritten. Der Preis stieg um 3,24 Dollar pro Barrel und schloss bei 102,88 Dollar. Zuletzt hatte Öl dieses Niveau erreicht, als Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte und die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzte.
Der aktuelle Preisanstieg geht auf eine neue, möglicherweise noch gravierendere Störung der Versorgungsrouten zurück. Im Mittelpunkt steht die Straße von Hormus, eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und Oman fließen rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots.
Warnungen von CERAWeek-Konferenz
Auf der renommierten CERAWeek-Konferenz von S&P Global warnten westliche Ölmanager vergangene Woche eindringlich vor den Folgen einer Blockade der Straße von Hormus. Die Branchenvertreter betonten, dass die physischen Kraftstoffmärkte bereits weitaus stärker verknappt seien, als Finanzmarktakteure bislang wahrnehmen. Die aktuellen Futures-Preise spiegelten nicht wider, wie teuer Rohöl auf dem physischen Markt tatsächlich gehandelt werde.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen ist die Entwicklung besonders relevant, da Europa stark von Ölimporten abhängig ist. Steigende Rohölpreise schlagen sich in der Regel zeitverzögert in höheren Benzin-, Diesel- und Heizölpreisen nieder. Auch energieintensive Industrien wie Chemie oder Stahl geraten bei anhaltend hohen Energiekosten unter Druck.
Die Situation an den Ölmärkten bleibt angespannt. Sollte die Straße von Hormus tatsächlich blockiert oder in ihrer Nutzung eingeschränkt werden, könnten die Preise weiter steigen. Analysten beobachten die geopolitische Lage im Nahen Osten derzeit mit besonderer Aufmerksamkeit.
