Exxon Mobil steuert auf bestes Quartal seiner Geschichte zu
Der US-Ölriese verzeichnet ein Kursplus von 42,49% – den größten Quartalsgewinn seit Beginn der Datenerfassung 1972.

Exxon Mobil erlebt ein historisches Quartal. Die Aktien des amerikanischen Energieriesen schlossen zuletzt bei 171,47 US-Dollar – ein Quartalsplus von 42,49 Prozent. Laut Dow Jones Market Data ist dies der größte Kursanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1972.
Der Haupttreiber hinter diesem Rekordlauf ist der dramatische Anstieg des Ölpreises. Die US-Rohöl-Referenzsorte WTI schloss erstmals seit den frühen Monaten des Ukraine-Russland-Krieges wieder über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Für Autofahrer in den USA bedeutet das: Die Benzinpreise haben im Landesdurchschnitt die psychologisch wichtige Schwelle von 4 US-Dollar pro Gallone überschritten.
Auch geopolitische Spannungen im Nahen Osten befeuern die Energiemärkte. Der anhaltende Konflikt hat dazu geführt, dass Schiffe die Straße von Hormus – eine der weltweit strategisch bedeutendsten Wasserstraßen – nicht mehr bedenkenlos passieren können. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel fließen rund 20 Prozent des globalen Ölangebots.
Marktkapitalisierung überschreitet 700 Milliarden Dollar
Die Rekordjagd spiegelt sich auch in der Gesamtbewertung des Konzerns wider. Die Marktkapitalisierung von Exxon Mobil überstieg am Freitag erstmals die Marke von 700 Milliarden US-Dollar – ein Meilenstein, der den Konzern in die Liga der wertvollsten Unternehmen der Welt katapultiert.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Exxon Mobil ein wichtiger Indikator für den globalen Energiemarkt. Steigende Ölpreise wirken sich direkt auf Produktionskosten in der Industrie, Heizkosten und Kraftstoffpreise in Deutschland aus. Gleichzeitig profitieren Aktionäre von Energieunternehmen von den hohen Margen, die in Hochpreisphasen entstehen.
Die Kombination aus Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt und angespannten Lieferketten treibt die Energiepreise weltweit auf Niveaus, die zuletzt während der ersten Kriegsmonate in der Ukraine erreicht wurden. Analysten beobachten die Lage an der Straße von Hormus besonders aufmerksam, da eine weitere Eskalation das globale Ölangebot empfindlich treffen könnte.
