Tshiamiso Trust meldet 64 Prozent mehr Entschädigungsanträge im Bergbau-Sektor
Der Tshiamiso Trust verzeichnet im Geschäftsjahr 2026 einen Anstieg der Bergbau-Entschädigungsanträge um 64 Prozent auf 13.337 und hat kumuliert 2,53 Milliarden Rand an 26.300 Berechtigte ausgezahlt, während operative Herausforderungen in abgelegenen Regi

Der Tshiamiso Trust vermeldet für das Geschäftsjahr 2026 einen deutlichen Zuwachs der Claim-Aktivitäten. Wie die Organisation auf ihrer Hauptversammlung mitteilte, erhöhte sich die Zahl der eingereichten Anträge im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent auf 13.337. Damit ist der Trust in die zweite Hälfte seiner Laufzeit eingetreten.
Der Trust wurde ins Leben gerufen, um den Vergleich zwischen sechs großen Minenkonzernen – African Rainbow Minerals, Anglo American South Africa, AngloGold Ashanti, Harmony Gold, Sibanye-Stillwater und Gold Fields – und den Anwälten der Kläger im historischen Sammelklageverfahren zu Silikose und Tuberkulose umzusetzen. Seine Aufgabe ist die Entschädigung aller berechtigten aktuellen und ehemaligen Bergleute in ganz Südafrika, die unter einer dauerhaften kardiorespiratorischen Beeinträchtigung durch Silikose oder arbeitsbedingte Tuberkulose leiden. Auch Hinterbliebene verstorbener Bergarbeiter können Ansprüche geltend machen.
Wichtige operative Kennzahlen unter dem Motto „Numbers That Count“
Unter dem Leitspruch „Numbers That Count“ (Zahlen, die zählen) offenbaren die Resultate des Jahres Skaleneffekte, eine Beschleunigung der Prozesse sowie wachsende operative Anforderungen. Im Berichtszeitraum führte der Trust 9.486 leistungsbezogene medizinische Untersuchungen (Benefit Medical Examinations, BMEs) durch und überwies 534 Millionen Rand an Entschädigungen an 4.884 anspruchsberechtigte Kläger.
Kumuliert betrachtet hat der Trust bislang 2,53 Milliarden Rand an 26.300 Berechtigte ausgezahlt. Grundlage sind 156.924 abgeschlossene Einreichungen, wobei die Konversionsrate von Einreichung zur Auszahlung 17 Prozent beträgt. Die Bearbeitung der Anträge erfolgte über 42 Einreichungsstellen in Südafrika, Lesotho, Eswatini, Mosambik, Botswana und Simbabwe.
Durch die Integration der Antragstellung und der nachgelagerten Unterstützung bei den BME-Dienstleistern können die Kläger nun mehrere Leistungen an einem Ort in Anspruch nehmen. Dies verringert die Reiseerfordernisse für die oft in abgeschiedenen Regionen lebenden Antragsteller.
Schwerpunkte auf Außenarbeit und Verfahrensverbesserungen
Im vergangenen Jahr lag der Fokus der Außenarbeit besonders auf Lesotho und der Provinz Eastern Cape, in denen bedeutende Klägergruppen ansässig sind. „Der Trust hat eine Phase mit hohem Durchsatz erreicht, in der unsere Fähigkeit, im großen Stil zu liefern und dennoch Fairness, Konsistenz und Verantwortlichkeit zu wahren, von entscheidender Bedeutung ist“, erklärte die Vorsitzende des Tshiamiso Trust, Dr. May Hermanus, in ihrem Bericht. „Jeder Anspruch steht für einen einzelnen Menschen oder eine Familie, die Anerkennung und Wiedergutmachung sucht; die Integrität des Verfahrens ist ebenso wichtig wie das Ergebnis selbst.“
Während des Berichtszeitraums genehmigte Anpassungen der Trust-Urkunde haben nach Angaben des Trusts die Antragsbearbeitung und die medizinische Bescheinigung verbessert. Die Änderungen betreffen die Behandlung früherer TB-Fallberichte, aktualisierte Referenzwerte für die Lungenfunktion sowie die Bewertung bestimmter Silikose-Anträge, sofern keine Spirometrie-Ergebnisse vorliegen. Insgesamt versetzen die Änderungen den Trust in die Lage, die Prüfung einer erheblichen Anzahl zuvor aufgeschobener Ansprüche wieder aufzunehmen.
Fortbestehende operative Schwierigkeiten
Der Aktivitätsanstieg hat jedoch auch die betrieblichen Herausforderungen vergrößert. Hierzu zählen die Kontaktaufnahme mit Klägern in entlegenen und grenzüberschreitenden Gemeinden, die Überprüfung der Berufshistorie sowie die Beschaffung vollständiger unterstützender und historischer medizinischer Dokumente. Dies gestaltet sich besonders bei Anträgen verstorbener Bergleute schwierig.
Diese Einschränkungen verdeutlichen den anhaltenden Bedarf an verbessertem Datenzugang, operativen Neuerungen und einer engeren Kooperation mit den Beteiligten. Während der verbleibenden Einreichungsfrist wird sich der Trust darauf konzentrieren, die Außenarbeit zu forcieren, die Bearbeitungsprozesse zu verschlanken und berechtigte Kläger während des gesamten Verfahrens zu begleiten.
Hierzu zählen die Lösung von Problemen mit den Berufshistorie-Aufzeichnungen, die die Antragsbearbeitung in Simbabwe behindern, sowie die erstmalige Ausweitung der Trust-Dienstleistungen auf Malawi. Für Anleger in Rohstoffwerte ist der Tshiamiso Trust insofern von Belang, als mit Anglo American, AngloGold Ashanti und Sibanye-Stillwater mehrere global aktive Minenkonzerne an dem Vergleich beteiligt sind, die auch an deutschen Handelsplätzen gelistet sind.
