Milliarden-Übernahme geplatzt: Allied und Zijin schwenken auf Minderheitsbeteiligung um
Die geplatzte Vier-Milliarden-Übernahme von Allied Gold durch Zijin Gold International wird durch eine 295-Millionen-Privatplatzierung ersetzt, bei der der chinesische Konzern 9,2 Prozent erwirbt – regulatorische Hürden in China waren der Hauptgrund für d

Der kanadische Goldproduzent Allied Gold (TSX: AAUC, NYSE: AAUC) und der chinesische Minenkonzern Zijin Gold International (HKEX: 2259, OTCPL: ZJNGF) haben ihre im Januar bekanntgegebene Übernahmevereinbarung über vier Milliarden US-Dollar platzen lassen. Beide Unternehmen gaben an, dass die erforderlichen Abschlussbedingungen bis zum Stichtag am 29. Juli nicht erfüllt werden konnten. Zur Begründung verwiesen sie auf „breitere externe Faktoren, die für grenzüberschreitende Transaktionen dieses Umfangs gelten“.
Anstelle einer vollständigen Übernahme sämtlicher Allied-Aktien durch Zijin setzen die Partner nun auf eine Privatplatzierung mit einem Volumen von rund 295 Millionen US-Dollar. Im Zuge dieser Transaktion wird Zijin einen Anteil von 9,2 Prozent an dem nordamerikanischen Goldproduzenten halten. Vorgesehen ist die Ausgabe von rund 12,8 Millionen Stammaktien zu einem Preis von etwa 23,50 US-Dollar je Aktie.
Chinesische Regularien als Stolperstein
Marktexperten sehen in den regulatorischen Hürden in China das größte Hemmnis für die direkte Akquisition. Das Analysehaus H&P Advisory identifizierte die Zustimmung der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas als das entscheidende Hindernis. Diese Behörde muss grenzüberschreitende Transaktionen dieser Größenordnung genehmigen, was sich im konkreten Fall als undurchführbar herausstellte.
Trotz des gescheiterten Übernahmeversuchs bewerten Analysten die Mittelzufuhr von 295 Millionen US-Dollar als positiv. Sie betrachten diese als Stabilisator für die Bilanz von Allied, der die zum Juniende vorhandenen liquiden Mittel von 190 Millionen US-Dollar aufstockt.
Deutlich höhere Bewertung durch H&P Advisory
H&P Advisory hat die Unternehmensbewertung für Allied um 104 Prozent nach oben korrigiert. Diese deutliche Neubewertung basiert auf einem überarbeiteten Abbauplan für das Projekt Bonikro, der die Betriebsdauer bis 2036 verlängert. Der geschätzte Vermögenswert kletterte dadurch von 365 Millionen auf 949 Millionen US-Dollar.
Operativ erzielte Allied im zweiten Quartal eine Goldproduktion von 97.400 Unzen und erreichte damit die Erwartungen. Der Nettoumsatz lag bei 427 Millionen US-Dollar, das EBITDA belief sich auf 202 Millionen US-Dollar.
Expansionskurs mit neuen Mitteln
Das frische Kapital aus der Privatplatzierung wird Allied für Wachstumsinitiativen im gesamten Portfolio nutzen. Der vordringliche Schwerpunkt liegt auf dem Projekt Kurmuk in Äthiopien, wo die Förderung voraussichtlich im August anläuft. Die erste Goldausbeute wird wenige Wochen danach erwartet.
H&P Advisory rechnet für Kurmuk mit einer Produktion von 130.000 Unzen im Jahr 2026, die sich langfristig auf 240.000 Unzen jährlich steigern lassen soll. Die Gesamtkosten inklusive aller Nebenkosten werden dabei auf 1.100 US-Dollar je Unze geschätzt.
Die Erlöse fließen zudem in den schrittweisen Ausbau der Mine Sadiola in Mali. Diese repräsentiert rund 1,5 Milliarden US-Dollar des operativen Nettoanlagevermögens des Unternehmens. Auch die Produktionssteigerung im CDI-Komplex in der Elfenbeinküste ist Bestandteil der Expansionsstrategie.
Fazit für Rohstoff-Anleger
Das gescheiterte Übernahmevorhaben zwischen Allied Gold und Zijin Gold International verdeutlicht einmal mehr, wie anspruchsvoll grenzüberschreitende Transaktionen im Rohstoffsegment sein können. Die Neuausrichtung auf eine Privatplatzierung erlaubt es Zijin jedoch, weiterhin von Allieds afrikanischem Asset-Portfolio zu profitieren. Für Allied selbst bedeutet die Kapitalspritze finanzielle Stabilität und die Chance, die aussichtsreichen Wachstumsprojekte in Äthiopien, Mali und der Elfenbeinküste voranzutreiben.
