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Südafrikas Milliarden-Projekt: Grünes Ammoniak aus Wind und Sonne für Europa

Südafrika treibt sein 5,8-Milliarden-Dollar-Wasserstoffprojekt in Coega voran: Die FEED-Phase wurde an Técnicas Reunidas vergeben, während die Regierung sechs Prioritätsprojekte für grünen Wasserstoff vorstellte und damit die Ambitionen zum künftigen Expo

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Südafrikas Milliarden-Projekt: Grünes Ammoniak aus Wind und Sonne für Europa

Südafrika forciert seine Pläne im Sektor der erneuerbaren Energien mit hohem Tempo. Im Fokus dieser Entwicklung steht das Vorhaben von Hive Hydrogen South Africa in Coega, das mit einem Budget von 5,8 Milliarden US-Dollar ausgestattet ist und nun einen bedeutenden Fortschritt vermelden konnte. Wie das Unternehmen mitteilte, erhielt das spanische Unternehmen Técnicas Reunidas den Zuschlag für das Front-End Engineering Design (FEED).

Das Projekt, das von Hive Energy aus Großbritannien sowie Built Africa begleitet wird, gilt als Vorzeigevorhaben für Südafrika und als Aushängeschild der EU-Initiative "Global Gateway" in der Region. Die Produktionsstätte in Gqeberha ist darauf ausgelegt, jährlich eine Million Tonnen grünes Ammoniak für den heimischen sowie den internationalen Markt zu erzeugen.

Die benötigte Energie wird über eine eigene, an das Stromnetz angebundene Kombination aus Wind- und Solarkraftanlagen mit einer Leistung von 2.930 MW bereitgestellt. Laut Thulani Gcabashe, dem Chef von Hive Hydrogen, strebt man an, weltweit das preisgünstigste grüne Ammoniak herzustellen.

FEED-Phase legt Grundstein für Bauentscheidung

Die FEED-Phase, die im kommenden Monat in der Nelson Mandela Bay startet, stellt einen essenziellen Schritt hin zur finalen Investitionsentscheidung (FID) dar. Das Unternehmen verfolgt hierbei ein Modell, bei dem der FEED-Dienstleister bei erfolgreichem Abschluss nahtlos in die EPC-Phase (Engineering, Procurement and Construction) überführt wird.

Für diesen Bau- und Beschaffungsabschnitt sind Kosten in Höhe von rund 1,8 Milliarden US-Dollar eingeplant. Das verdeutlicht die Größenordnung des Projekts, das zu den bedeutendsten grünen Wasserstoffvorhaben in ganz Afrika zählt.

Parallel dazu hat die südafrikanische Regierung ihre nationale Strategie präzisiert. Auf dem "African Green Hydrogen Summit 2026" in Kapstadt präsentierte der Minister für Elektrizität und Energie, Dr. Kgosientsho Ramokgopa, die ersten sechs Schwerpunktprojekte aus dem nationalen "Green Hydrogen Deal Book". Dieses Verzeichnis soll Investoren und Partnern die Seriosität und Finanzierbarkeit der Vorhaben aufzeigen.

Sechs Vorhaben mit Prioritätsstatus

Neben dem Hive-Hydrogen-Projekt in Coega umfasst diese erste Auswahl mehrere aussichtsreiche Initiativen:

  • Das e-SAF-Projekt (nachhaltiger Flugkraftstoff) von Phelan Green in Saldanha Bay, das über Eigenkapital von 100 Millionen US-Dollar verfügt
  • Ein Vorhaben zur umweltfreundlichen Eisen- und Stahlproduktion in Saldanha
  • Das Prieska Power Reserve Projekt im Northern Cape für den inländischen Bedarf
  • Den "Green Methanol Corridor" in Gauteng für den Export nach Europa
  • Das Projekt "Green Hydrogen Solutions" im Eastern Cape, das bereits eine vollendete FEED-Phase vorweisen kann

Minister Ramokgopa stellte klar, dass der Prioritätsstatus keine verbindliche Investitionszusage bedeute, sondern eine fokussierte Unterstützung durch die Regierung ermögliche. Zugleich warnte er, dass bei wiederholtem Verpassen von Meilensteinen Mittel auf andere, erfolgversprechendere Projekte umgeschichtet würden.

Hürden und Perspektiven

Der Minister räumte ferner ein, dass die behördliche Abstimmung weiter optimiert werden müsse, um die Projektentwicklung zu beschleunigen. Südafrika biete zwar hervorragende natürliche Gegebenheiten, Platinmetalle und eine gewachsene industrielle Infrastruktur, doch müsse dieser Vorteil durch eine abgestimmte Plattform aus Infrastruktur, Finanzierung und gesicherten Abnahmeverträgen erst noch in konkurrenzfähige Produkte übersetzt werden.

Für Anleger aus Deutschland ist die Entwicklung in Südafrika von hoher Relevanz. Die Bundesrepublik setzt massiv auf grünen Wasserstoff als künftigen Energieträger und ist auf Importe angewiesen. Südafrika mit seinen idealen Bedingungen für Solar- und Windkraft könnte zu einem bedeutenden Zulieferer werden.

Die EU-Initiative "Global Gateway", die das Hive-Vorhaben als Leuchtturmprojekt führt, unterstreicht zudem die strategische Relevanz des Standorts für die europäische Energieversorgung. Sollte das Projekt die avisierten Kostenvorgaben einhalten, könnte grünes Ammoniak aus Südafrika tatsächlich zu den preiswertesten weltweit zählen und damit die Energieumstellung in Europa wesentlich voranbringen.

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