Starmer: Großbritannien plant Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Der britische Premier koordiniert mit Verbündeten aus Europa, Golf und USA einen kollektiven Schifffahrtsplan.

Der britische Premierminister Keir Starmer hat am Montag angekündigt, dass das Vereinigte Königreich gemeinsam mit internationalen Partnern an einem Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus arbeite. Die strategisch bedeutende Meerenge am Persischen Golf ist eine der wichtigsten Öltransitrouten der Welt – rund 20 Prozent des globalen Ölhandels passieren sie täglich. Starmer warnte jedoch ausdrücklich, dass das Vorhaben nicht einfach sein werde.
Die Wiederöffnung der Meerenge sei notwendig, um die Stabilität am Ölmarkt zu gewährleisten, betonte der Premierminister vor Journalisten. Das Vereinigte Königreich koordiniere sich dabei mit europäischen Partnern sowie Verbündeten aus der Golfregion und den Vereinigten Staaten. Ziel sei es, die Schifffahrtsfreiheit so schnell wie möglich wiederherzustellen und wirtschaftliche Folgeschäden zu begrenzen.
Besonders betonte Starmer, dass es sich bei dem geplanten Einsatz nicht um eine NATO-Mission handeln werde. Stattdessen solle eine breitere Koalition von Partnern die Durchfahrt durch die Meerenge sicherstellen. Die Abgrenzung von der NATO ist politisch bedeutsam, da sie den Charakter der Mission als multilaterale, aber nicht bündnisgebundene Initiative unterstreicht.
Kein Hineingezogenwerden in den Iran-Konflikt
Starmer stellte klar, dass sich Großbritannien nicht in den umfassenderen Krieg gegen den Iran hineinziehen lassen werde. Nach Beendigung der Kämpfe werde jedoch eine Verhandlungslösung mit Teheran erforderlich sein. Er mahnte zudem, man dürfe nicht zulassen, dass der Konflikt zu einem unerwarteten Gewinn für den russischen Präsidenten Wladimir Putin werde – die Unterstützung für die Ukraine müsse daher aufrechterhalten werden.
Auf innenpolitischer Ebene kündigte Starmer Maßnahmen zur Entlastung britischer Verbraucher an. Die Regierung gebe Energieunternehmen rechtliche Vorgaben, um Kosteneinsparungen direkt an die Haushalte weiterzugeben. Zusätzlich stellt London 53 Millionen Pfund bereit, um Haushalte zu unterstützen, die auf Heizöl angewiesen sind.
Starmer unterstrich dabei seinen wirtschaftspolitischen Kurs: Er werde nicht dulden, dass Unternehmen hohe Gewinne aus der Not der arbeitenden Bevölkerung ziehen. Die schnellste Möglichkeit zur Senkung der Lebenshaltungskosten sei letztlich die Beendigung des Krieges selbst.
