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Nahostkonflikt treibt Harnstoffpreise um über 60 Prozent

Der Krieg im Nahen Osten gefährdet die globale Düngemittelversorgung und lässt die Preise für Harnstoff drastisch steigen.

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Nahostkonflikt treibt Harnstoffpreise um über 60 Prozent

Der Nahostkonflikt setzt die globale Düngemittelversorgung unter massiven Druck. Der Nahe Osten gilt als eine der wichtigsten Quellen für Harnstoff und andere erdgasbasierte Düngemittel – und die Lage spitzt sich zu. Analysten des Rohstoffforschungsunternehmens CRU erwarten, dass der Harnstoffpreis in Ägypten, der regionalen Benchmark, in den kommenden Wochen um mehr als 60 Prozent über das Vorkriegsniveau steigen wird.

Bis vergangenen Donnerstag war der Preis bereits um 41 Prozent geklettert. Das entspricht einem erheblichen Preisschock für Landwirte und Agrarbetriebe weltweit, die auf Stickstoffdünger angewiesen sind. Harnstoff ist der meistgehandelte Stickstoffdünger der Welt und spielt eine zentrale Rolle in der globalen Nahrungsmittelproduktion.

Produktionsstopps drohen sich auszuweiten

QatarEnergy, einer der größten Harnstoffproduzenten der Region, hat bereits zu Beginn des Konflikts seine Anlagen stillgelegt. Sollte sich der Zugang zur Straße von Hormus – einer der strategisch wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit – nicht rasch verbessern, werden laut Branchenexperte Lawson weitere Produzenten in den Nachbarländern folgen. Das Wiederhochfahren der Produktionsanlagen würde demnach mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist ein unverzichtbarer Korridor für den Transport von Erdgas und Erdöl. Eine anhaltende Blockade oder Einschränkung dieser Route hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgung und damit für die Düngemittelproduktion der gesamten Region.

Von der Situation profitieren vor allem US-amerikanische Harnstoffproduzenten, die nun ihre Marktanteile ausbauen können. Für europäische und deutsche Landwirte hingegen bedeuten steigende Düngemittelpreise höhere Produktionskosten – eine Belastung, die letztlich auch Verbraucher zu spüren bekommen könnten.

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