EU-Minister beraten Wiedereröffnung der Straße von Hormus
Europäische Außenminister diskutieren Optionen für freien Öl- und Düngemitteltransport durch die strategische Meerenge.

Die europäischen Außenminister treffen sich heute, um Möglichkeiten zur Wiederöffnung der Straße von Hormus für den internationalen Handel zu erörtern. Im Fokus stehen der Öl- und Düngemitteltransport durch die strategisch bedeutende Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel. Konkrete Entscheidungen werden bei diesem Treffen jedoch noch nicht erwartet.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gab bekannt, dass sie am Wochenende mit UN-Generalsekretär António Guterres telefoniert habe. Dabei stand die mögliche Einführung eines internationalen Mechanismus im Mittelpunkt, der dem bewährten Schwarzmeer-Getreideabkommen ähneln soll. Dieses von den Vereinten Nationen vermittelte Abkommen hatte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine den Export von Getreide aus ukrainischen Häfen ermöglicht.
Mögliche Umwidmung der EU-Marinemission
Neben dem diplomatischen Ansatz prüfen die Minister laut Kallas auch eine militärische Option. Eine bereits bestehende EU-Marinemission in der Region könnte demnach umgewidmet und für die Sicherung der Handelsroute eingesetzt werden. Details zu dieser Option sollen im Rahmen der Beratungen weiter ausgelotet werden.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energieversorgungsrouten der Welt. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls passieren diese enge Meerenge täglich. Störungen des Schiffsverkehrs dort hätten unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiepreise und damit auch auf deutsche Verbraucher und Unternehmen.
