Saudi Aramco übertrifft Gewinnerwartungen und erhöht Dividende trotz Ölpreisrückgang
Der staatliche Ölkonzern meldet 104,7 Milliarden Dollar Jahresgewinn und kündigt Aktienrückkäufe an.

Saudi Aramco hat im vierten Quartal 2025 die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 25,1 Milliarden Dollar und lag damit leicht über der Konsensschätzung von 24,8 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr erzielte der saudische Staatskonzern einen bereinigten Nettogewinn von 104,7 Milliarden Dollar – trotz eines schwierigen Marktumfelds mit deutlich gefallenen Rohölpreisen.
Der freie Cashflow für das Jahr erreichte 85,4 Milliarden Dollar, der operative Cashflow sogar 136,2 Milliarden Dollar. Aramco führt diese Zahlen auf eine stabile Produktion sowie starke Ergebnisse im Downstream-Bereich zurück. Die Kapitalinvestitionen lagen mit 52,2 Milliarden Dollar im Rahmen der Prognosen und leicht unter dem Vorjahresniveau.
Dividende steigt – Aramco bleibt größter Ausschütter weltweit
Für das vierte Quartal kündigte Aramco eine Basisdividende von 21,89 Milliarden Dollar an, was einem Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Auszahlung soll im ersten Quartal 2026 erfolgen. Damit bleibt der Konzern eine der wichtigsten Einnahmequellen für den saudischen Staat und einer der größten Dividendenzahler weltweit.
Die Gesamtausschüttungen an die Aktionäre summierten sich im vergangenen Jahr auf 85,5 Milliarden Dollar. Zusätzlich kündigte Aramco ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 3 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 18 Monaten an. Diese Kombination aus Dividende und Rückkäufen unterstreicht die finanzielle Stärke des Konzerns.
Ölpreise im Spannungsfeld: Rückgang 2025, Sprung durch Nahost-Krise
Im Jahr 2025 fiel der durchschnittliche Rohölpreis auf 69,2 Dollar je Barrel, verglichen mit 80,2 Dollar im Jahr 2024. Dieser Rückgang spiegelt ein steigendes globales Angebot und einen schwächeren Ölmarkt wider. Dennoch hielt Aramco konsequent an seinen Ausschüttungszielen fest.
In den vergangenen Handelstagen hat sich die Lage jedoch dramatisch verändert. Aufgrund eskalierender Spannungen im Nahen Osten und der Sorge vor Versorgungsunterbrechungen schnellte der Rohölpreis auf nahezu 120 Dollar je Barrel. Aramco-Aktien legten in diesem Umfeld kräftig zu. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der Preisanstieg nachhaltig ist oder eine kurzfristige Risikoprämie darstellt.
