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Rekord bei Absicherungsgeschäften gegen Rohstoffpreisschwankungen

Geopolitische Risiken und Lieferkettenprobleme treiben das Handelsvolumen weltweit an

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Rekord bei Absicherungsgeschäften gegen Rohstoffpreisschwankungen

Händler weltweit haben sich in diesem Jahr so intensiv gegen schwankende Rohstoffpreise abgesichert wie nie zuvor. Daten der CME Group, der größten Rohstoffbörse der Welt, zeigen, dass das Transaktionsvolumen von Termingeschäften für alle Rohstoffe zwischen Anfang des Jahres und Ende September um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen ist. Dieser Anstieg stellt einen neuen Rekord dar und ist vor allem auf den Anstieg der Handelsaktivitäten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) zurückzuführen. In dieser Region stieg das Handelsvolumen um 39 Prozent, was ebenfalls einen Höchstwert darstellt.

Geopolitische Risiken haben diese Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Derek Sammann, Leiter der Commodities-Abteilung der CME Group, führt an, dass die zahlreichen Störungen der Lieferketten, ausgelöst durch Konflikte wie den Krieg im Nahen Osten und in der Ukraine, bei den Kunden verstärkten Bedarf an Risikomanagement erzeugt haben. Besonders bei Metallen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind die Handelsvolumina auf Rekordniveau gestiegen. Die Aktivitäten auf dem Energiemarkt erreichten den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2020. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Transaktionen in der Metallsparte um 27 Prozent, im Energiesektor um 18 Prozent und im Agrarbereich um 12 Prozent.

Die CME Group, die auch Optionsmärkte für andere Bereiche wie Kryptowährungen, Devisen und Aktienindizes anbietet, zählt zu ihren Kunden Finanzunternehmen, Handelshäuser und Energiekonzerne. Auch kommerzielle Kunden wie Energieunternehmen nutzen vermehrt Termingeschäfte, insbesondere für Rohstoffe, die für die Energiewende von Bedeutung sind. Der Handel mit Kupferoptionen wuchs um 114 Prozent, da Kupfer als Schlüsselmaterial für den Netzausbau und erneuerbare Energien wie Elektromotoren und Windkraft benötigt wird. Aufgrund der steigenden Nachfrage zeichnet sich ein Defizit auf dem Kupfermarkt ab, da das Angebot die für das Netto-Null-Ziel bis 2050 benötigten Mengen voraussichtlich nicht decken kann.

Auch andere Metalle wie Aluminium, Kobalt und Lithium verzeichnen steigende Handelsvolumina. Bei diesen Rohstoffen gibt es erhebliche geopolitische Risiken: Ein bedeutender Anteil des globalen Aluminiumangebots stammt aus Russland und unterliegt Sanktionen, während ein Großteil des Kobalts im Kongo gefördert und in China weiterverarbeitet wird. China hat sich in den letzten Jahren eine dominante Position in der Verarbeitung von Metallen gesichert, die für die Energiewende wichtig sind, darunter über 60 Prozent der globalen Lithiumverarbeitung.

Ein bedeutender Wachstumstreiber im Energiesektor war der Handel mit Natural-Gas-Optionen. Der Krieg in der Ukraine hat die USA zum zweitgrößten Gaslieferanten der EU gemacht, was zu einem Anstieg der Flüssiggasexporte führte. Die Konkurrenz um diese LNG-Lieferungen mit asiatischen Ländern hat die Gaspreise volatiler gemacht, sodass europäische Händler verstärkt Absicherungsstrategien nutzen. Laut Sammann stieg das Optionsgeschäft in Europa im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent.

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