Eisenerzpreise fallen weiter unter Druck
Schwächere Stahlnachfrage und makroökonomische Bedenken belasten die Rohstoffmärkte in China

Die Preise für Eisenerz-Futures fielen am Dienstag aufgrund zunehmender Bedenken hinsichtlich einer möglichen Abschwächung der Stahlnachfrage, insbesondere in China, dem weltweit größten Verbraucher. Das am häufigsten gehandelte Eisenerz-Future für Januar an der Dalian Commodity Exchange (DCE) in China gab nach und beendete den Tageshandel mit einem Rückgang von 0,52 % bei 762 Yuan (107 US-Dollar) pro Tonne. Auch das November-Benchmark-Eisenerz an der Singapore Exchange verzeichnete einen Rückgang von 0,98 % auf 100,8 US-Dollar pro Tonne, nachdem es im Tagesverlauf zwischenzeitlich auf ein Tief von 99,8 US-Dollar gefallen war.
Die Transaktionsvolumen von Bauprodukten aus Stahl gingen um fast 8 % zurück und erreichten am Montag 122.500 Tonnen, wie Daten der Beratungsfirma Mysteel zeigten. Auch die Stahl-Benchmarks an der Shanghai Futures Exchange waren betroffen. Der Preis für Bewehrungsstahl fiel um 0,15 %, während Warmband 0,82 % verlor. Der Preis für Walzdraht sank um 3,04 % und Edelstahl verzeichnete einen Rückgang von 1,37 %. Analysten von First Futures wiesen in einer Mitteilung darauf hin, dass nach einer vorübergehenden Abkühlung der makroökonomischen Stimmung die spekulative Nachfrage deutlich zurückgegangen sei, während die Erholung der realen Nachfrage begrenzt bleibe.
Es wird erwartet, dass die Bestände von Bewehrungsstahl im November zunehmen, da die Nachfrage in den nördlichen Regionen Chinas durch die kälteren Temperaturen weiter gedämpft wird. Seit Ende September hat die chinesische Regierung eine Reihe von Konjunkturmaßnahmen eingeführt, um die Wirtschaft anzukurbeln und den Preis- sowie den Verkaufsrückgang im Immobilienmarkt zu stoppen. Diese Maßnahmen hatten die Stimmung auf den Rohstoffmärkten verbessert und die Preise für Eisenerz und Stahl um 12 % beziehungsweise 6 % ansteigen lassen.
Weitere Rohstoffe für die Stahlherstellung an der DCE verloren ebenfalls an Wert. Der Preis für Kokskohle fiel um 1,22 %, während Koks einen Rückgang von 0,75 % verzeichnete. Trotz der allgemeinen Verluste auf dem Markt für eisenhaltige Rohstoffe sind einige Analysten der Meinung, dass sich die Preise in einem relativ engen Rahmen bewegen könnten, während der Markt auf weitere Signale von einem möglicherweise später in diesem Monat stattfindenden wichtigen Treffen wartet.
