KKR investiert in Enis Biokraftstoffsparte
Enilive wird durch Milliarden-Deal gestärkt und treibt Dekarbonisierungsstrategie voran

Der US-Investmentfonds KKR erwirbt einen 25-prozentigen Anteil an Enilive, der Biokraftstoff-Sparte des italienischen Energiekonzerns Eni. Der Wert des Unternehmens wird in diesem Zusammenhang auf 11,75 Milliarden Euro (rund 12,7 Milliarden US-Dollar) inklusive Schulden geschätzt. Der Kaufpreis für den Anteil beträgt 2,94 Milliarden Euro. Eni bleibt trotz der Transaktion Mehrheitsaktionär von Enilive, was die finanzielle Position des Unternehmens stärkt. Diese Vereinbarung ist Teil von Enis „Satellitenstrategie“, die darauf abzielt, Co-Investoren in wachstumsstarke Geschäftsbereiche zu integrieren, um Mittel für die Dekarbonisierung der Produkte von Eni zu generieren.
Der Geschäftsführer von Eni, Claudio Descalzi, bezeichnete die Vereinbarung als einen bedeutenden Schritt in der Unternehmensstrategie im Rahmen der Energiewende. Der Deal wird über eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro für Enilive abgewickelt, die exklusiv für KKR reserviert ist. Zudem werden Anteile von Enilive, die derzeit im Besitz von Eni sind, für 2,438 Milliarden Euro an KKR verkauft. Vor Abschluss des Deals plant Eni, 500 Millionen Euro in Enilive zu investieren, um sicherzustellen, dass die Tochtergesellschaft schuldenfrei ist.
Alberto Signori, Partner im europäischen Infrastrukturbereich von KKR, betonte, dass die Investition in Enilive im Einklang mit der Strategie von KKR steht, transformative Energieprojekte in Europa zu unterstützen. KKR ist seit 2005 in Italien aktiv und hat kürzlich den Kauf des Festnetzes von Telecom Italia abgeschlossen.
Die Transaktion wird als wichtiger Schritt in Enis „Satellitenstrategie“ gewertet, die bereits ähnliche Verkäufe in anderen Unternehmensbereichen umfasst. Analysten, darunter Biraj Borkhataria von der Royal Bank of Canada, sehen in der Vereinbarung eine Bestätigung dieser Strategie. Bereits im März hatte der Schweizer Vermögensverwalter Energy Infrastructure Partners einen Minderheitsanteil an Enis Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien, Plenitude, übernommen.
Biofuels werden eine entscheidende Rolle bei der Dekarbonisierung des Lkw-, Luftfahrt- und Schifffahrtssektors in den kommenden Jahren spielen. Enilive betreibt Biokraftstoffraffinerien in Italien und anderen Ländern, die Biokraftstoffe aus Abfällen und pflanzlichen Ölen produzieren, teilweise in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Sparte von Eni in mehreren afrikanischen Ländern.
