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Platin bleibt im Defizit – Palladium und Rhodium mit Überschuss

Johnson Mattheys neuer PGM Market Report zeigt gespaltene Marktlage bei Edelmetallen der Platingruppe für 2026.

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Platin bleibt im Defizit – Palladium und Rhodium mit Überschuss

Der Spezialchemiekonzern Johnson Matthey hat seinen aktuellen „PGM Market Report" veröffentlicht und zeichnet darin ein differenziertes Bild für die Metalle der Platingruppe (PGM). Während Platin auch in diesem Jahr ein Angebotsdefizit verzeichnen wird, dürften Palladium und Rhodium in einen leichten Überschuss drehen. Auch Ruthenium und Iridium stehen aufgrund steigender Nachfrage aus den Bereichen Datenspeicherung und Energiewende vor einem Defizit.

Die Zahlen für das Jahr 2025 verdeutlichen die Marktanspannung: Platin verzeichnete ein Defizit von 951.000 Unzen – eine deutliche Ausweitung gegenüber dem Defizit von 559.000 Unzen im Jahr 2024. Für das laufende Jahr schätzt Johnson Matthey das Defizit auf 317.000 Unzen. Platin bleibt damit das am stärksten angespannte Metall innerhalb der PGM-Gruppe.

Palladium wies für 2025 ein Defizit von 416.000 Unzen aus, nach 218.000 Unzen im Vorjahr. Für das aktuelle Jahr erwartet Johnson Matthey jedoch eine Trendwende: Das Metall soll in einen Überschuss von 214.000 Unzen übergehen. Rhodium folgt einem ähnlichen Muster – nach einem Defizit von 50.000 Unzen im Jahr 2025 (2024: 9.000 Unzen) wird für dieses Jahr ein Überschuss von 15.000 Unzen prognostiziert.

Schwaches Recycling und Minenschließungen belasten das Angebot

Als wesentliche Ursachen für die Defizite der vergangenen Jahre nennt Johnson Matthey eine langsame Erholung des Autokatalysator-Recyclings nach dem Abschwung in den Jahren 2023/24. Gleichzeitig wurde das Primärangebot aus Südafrika und Nordamerika durch Rationalisierungen und Minenschließungen beeinträchtigt. „Das Recycling von Autokatalysatoren hat sich nur langsam von dem Abschwung in den Jahren 2023/24 erholt, während das Primärangebot aus Südafrika und Nordamerika durch Rationalisierungen und Minenschließungen beeinträchtigt wurde", betont Johnson Matthey.

Auf der Nachfrageseite zeigte sich die industrielle Nutzung robust, insbesondere in den Sektoren Petrochemie und Elektronik. Auch die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor (ICE) blieb widerstandsfähig, wenngleich Metallsubstitution, Einsparungen (sogenanntes „Thrifting") und der Modellmix dämpfend wirkten.

Ausblick 2026: Nachfrage schrumpft bei fast allen PGM

Für das Jahr 2026 zeichnet Johnson Matthey ein vorsichtigeres Bild. „Unsere Prognose zeigt, dass die Nachfrage nach allen PGM außer Iridium im Jahr 2026 schrumpfen wird", heißt es im Bericht. Eine geringere weltweite Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor werde den PGM-Einsatz im Automobilsektor belasten. Auch die Nachfrage nach Schmuck und für Investmentzwecke könnte in diesem Jahr schwächeln.

Die Minenproduktion wird laut Johnson Matthey voraussichtlich sinken – insbesondere in Russland. Die Produktion von Norilsk Nickel dürfte aufgrund von Änderungen im Abbaumix zurückgehen. Für Südafrika erwartet Johnson Matthey einen moderaten Rückgang des PGM-Angebots, da der Nutzen aus der Freisetzung von unfertigen Erzeugnissen geringer ausfällt als in den beiden Vorjahren. In Nordamerika wird das Platinangebot leicht steigen, während das Palladiumangebot sinken dürfte, da die kanadische Mine Lac des Iles das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Ein Lichtblick auf der Angebotsseite: Ein zweistelliges Wachstum beim Recycling von Autokatalysatoren soll das Sekundärangebot ankurbeln und damit einen Teil des Rückgangs bei der Minenproduktion kompensieren.

Geopolitische Risiken trüben den Ausblick

Johnson Matthey weist ausdrücklich auf erhebliche Unsicherheiten hin, die die kurzfristigen Aussichten für die PGM-Nachfrage belasten. Dazu zählen der anhaltende Konflikt im Nahen Osten, ungeklärte Fragen zur US-Handelspolitik sowie ein zunehmender Ressourcennationalismus in wichtigen Förderländern. Diese Faktoren könnten die Marktentwicklung in beide Richtungen beeinflussen und machen verlässliche Prognosen schwieriger.

Für deutsche Anleger und Industrieunternehmen, die PGM als Rohstoffe einsetzen – etwa in der Automobil-, Chemie- oder Elektronikindustrie – bleibt die Marktlage damit komplex. Platin als Investmentmetall steht weiterhin unter Angebotsdruck, während Palladium und Rhodium kurzfristig Entlastung erfahren könnten.

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